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numolus/README.md
T
wkhandClaude Sonnet 5 3ae3d81066 Makros: GET/POST-Anfragen mit JSON-Ergebnis und FOR-Iteration
Erweitert die Makro-Sprache um Netzwerkzugriff: "x = GET(url)"/
"x = POST(url; body)" binden die geparste JSON-Antwort an eine Variable;
FOR item IN x DO ... END iteriert, wenn x ein JSON-Array ist, über dessen
Elemente; JSONGET(wert; pfad) liest ein Feld heraus (punktgetrennt,
Zahl = Array-Index) und funktioniert – anders als GET/POST – überall in
einem Ausdruck verschachtelt, nicht nur als ganze Zuweisung.

Da ein echter Netzwerkaufruf nicht synchron laufen kann, ohne den Tab
einzufrieren, bekommt der Makro-Interpreter einen separaten asynchronen
Zweig (execBlockAsync/execStatementAsync); der bestehende synchrone
Interpreter, den auch gewöhnliche "Mit Schleife"-Funktionen mitten in der
synchronen Neuberechnung nutzen, bleibt unangetastet. Netzwerkaufrufe
werden pro Makro einmalig mit Zielname bestätigt (dauerhaft gemerkt); die
bestehende "ein Lauf = ein Undo-Schritt"-Garantie, die bislang auf
Synchronität beruhte, wird jetzt explizit wiederhergestellt statt sich
weiter auf die Zeit-Koaleszenz zu verlassen.

Zwei echte Lücken erst beim eigenen Live-Test gefunden und behoben: (1)
JSONGET direkt in eine Aktion verschachtelt (statt erst einer Variable
zugewiesen) scheiterte zunächst an #NAME?; (2) JSONGET(...) direkt als
FOR-Quelle (ohne Zwischenvariable) scheiterte sowohl an der
Speicher-Zeit-Prüfung als auch zur Laufzeit, da substitute() einen
Funktionsaufruf nie auswertet.

Live gegen eine neue same-origin-Fixture (public/test-fixtures/sample.json)
verifiziert: echter GET, echter Bestätigungsdialog, FOR/JSONGET über die
echte Antwort, kein erneuter Dialog beim zweiten Lauf.

Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-09 11:10:19 +02:00

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# Numbers-Studie — Tabellenkalkulation mit eigener Formel-Engine
Eine browserbasierte Tabellenkalkulation als **Case- und Designstudie** nach dem
Vorbild von **Apple Numbers**. Zwei Dinge stehen im Mittelpunkt:
1. **Handwerk** — eine von Grund auf selbst geschriebene, schlanke Formel-Engine
(Tokenizer, Parser, AST, Abhängigkeitsgraph, Neuberechnung, Zirkelbezug-
Erkennung). Dokumentiert in [`src/engine/README.md`](src/engine/README.md).
2. **Produkt** — eine polierte, Numbers-nahe Oberfläche: jedes Blatt ist eine
**freie Fläche (Canvas)**, auf die man beliebig viele **Tabellen- und
Diagramm-Objekte** setzt, verschiebt, skaliert und befüllt.
```bash
npm install
npm run dev # Vite-Devserver
npm run test # Vitest-Suite (Engine + Store + IO), 331 Tests
npm run build # Typecheck + Produktionsbuild
npm run lint # ESLint (flat config)
```
Alles läuft **rein clientseitig** — kein Server, keine Netzwerk-Requests. Datei-
I/O über File API und Blob-URLs.
---
## Das Canvas-Modell
Wie in Numbers ist ein *Blatt* kein einzelnes Endlos-Raster, sondern eine
scroll- und zoombare Fläche, die **Objekte** trägt:
- **Tabellen-Objekt** — ein eigenes Gitter mit einem Namen, der **pro Blatt**
eindeutig ist (siehe „Formelgrammatik" unten für Bezüge über mehrere Blätter
mit demselben Tabellennamen). Frei positionierbar (Ziehen an der
Kopfleiste). Zwei Darstellungen:
- **Automatisch** — so groß wie die Zellen, alle Zeilen sichtbar. Der
SE-Griff zieht hier **direkt an Zeilen-/Spaltenzahl**: Vergrößern fügt
leere Zeilen/Spalten hinzu, Verkleinern entfernt sie — aber **nie** über
echten Zellinhalt hinweg. Während des Ziehens zeigt ein gestricheltes
Vorschau-Rechteck die Zielgröße (die eigentliche Änderung ist teuer —
ein voller Neuaufbau der Engine — und committet daher erst beim
Loslassen, nicht bei jeder Mausbewegung); dann wird auf die kleinste
Größe geklemmt, die den vorhandenen Inhalt noch vollständig zeigt.
- **Feste Größe** — ein fester, unabhängig wählbarer **Pixel-Viewport**
mit frei wählbarer Zahl **fixierter Kopfzeilen und fixierter Spalten**
(`position: sticky` gegen den Scroll-Container) — für eine große
Tabelle, die nur einen kleinen Ausschnitt auf dem Canvas belegen soll,
mit internem Scrollen für den Rest. Der SE-Griff zieht hier **nur den
Viewport**, unabhängig von der Zeilen-/Spaltenzahl (die bleibt exakt wie
sie ist) — dieselben Breiten-/Höhenfelder im Einstellungen-Panel (⚙, s.
u.) steuern denselben Wert.
Spaltenbreite per Drag am Spaltenkopf (ab **24 px**), **Zeilenhöhe** per Drag
an der Unterkante des Zeilenkopfs (Standard + je Zeile).
- **Diagramm-Objekt** — Chart.js (Balken/Linie), frei positionier- **und**
skalierbar. Datenquelle = ein Tabellen-Objekt; jede Zelländerung aktualisiert
es sofort.
- **Text-Objekt** — ein formatierbares Textfeld als Zusatz zu Tabellen und
Diagrammen. Doppelklick zum Bearbeiten; Schriftgröße, Fett/Kursiv, Ausrichtung,
Text- und Hintergrundfarbe im Inspector; frei skalierbar.
Objekte kommen beim Anklicken in den Vordergrund, werden per `Entf` gelöscht
(Diagramm/Text) bzw. über das `×` der Kopfleiste, per Doppelklick auf den Namen
umbenannt. **Je Tabelle, Diagramm und Textfeld** sind eigene Hintergrund- und
Textfarbe einstellbar. Mehrere Blätter über die Tabs unten (hinzufügen,
umbenennen, löschen, per Drag sortieren). Zoom 40–200 % pro Blatt
(`Strg/Cmd` + Mausrad, Zoom-Leiste oder Einstellungen).
### Zellauswahl
- Klick = eine Zelle, **Shift+Klick / Ziehen** = ein Rechteck. Das Ziehen ist
positions- statt event-target-basiert (`elementsFromPoint`), übersteht schnelle
Bewegungen und das Verlassen der Tabelle, scrollt bei festen Tabellen an der
Kante automatisch mit und heilt einen verlorenen `mouseup` selbst.
- Kopf-Klick = ganze Spalte / Zeile, Ecke = alles.
- **`Strg`/`Cmd`+`A`** (zweistufig, Excel-Verhalten): der **erste** Druck
markiert den **zusammenhängenden Bereich** um die aktive Zelle — iterative
Rechteck-Expansion, die an einer vollständig leeren Zeile/Spalte oder am
Tabellenrand stoppt (zwei durch eine leere Spalte/Zeile getrennte
Dateninseln bleiben getrennt). Ein **zweiter, unmittelbar folgender** Druck
erweitert auf **alle befüllten Zellen der Tabelle** — die tatsächlichen
Grenzen befüllter Felder, nicht die (oft größeren) Grunddimensionen der
Tabelle. Jeder weitere Druck bleibt auf dieser Vollauswahl stehen. Der
Zyklus erkennt sich selbst rein über einen Vergleich der aktuellen Auswahl
mit der beim letzten Druck gesetzten — jede andere Aktion dazwischen (Klick,
Pfeiltaste, Bearbeitung, …) setzt ihn auf Stufe 1 zurück, ganz wie in Excel.
- **`Strg`/`Cmd`+Klick** = weitere Zelle **hinzufügen** (erneut = abwählen),
**`Strg`/`Cmd`+Ziehen** = weiteres Rechteck; auch am Spalten-/Zeilenkopf.
- Die **diskontinuierliche Mehrfachauswahl** trägt alle folgenden Aktionen:
Live-Aggregat (Summe/Mittel/Anzahl) in der Statusleiste, die
**Auswahl-Formatierung** im Inspector und `Entf` (leert alle markierten Zellen).
- Pfeiltasten / Enter kollabieren wieder auf eine Zelle. Die **aktive Zelle**
(blauer Rahmen, Formelleiste, `F2`/Tippen zum Bearbeiten) ist stets die
**zuerst** angeklickte/gesetzte Zelle einer Auswahl — sie bleibt beim
Ziehen/Erweitern eines Bereichs stehen, statt dem Cursor zu folgen (Excel-/
Numbers-Verhalten). Während einer Tab/Enter-Dateneingabefolge im Bereich
wandert sie mit dem Cursor mit.
- **Kopieren/Ausschneiden/Einfügen** (`Strg`/`Cmd`+`C`/`X`/`V`, Kontextmenü):
überträgt Zellinhalte **und** Formatierung. Einfügen auf eine Auswahl, die
ein exaktes Vielfaches der kopierten Größe ist, **kachelt**; eine kleinere
oder Einzelzell-Auswahl verankert die kopierte Fläche dort und läuft darüber
hinaus. Formeln werden dabei **bezugsangepasst** wie in Excel/Numbers — siehe
„`$`-Bezüge sperren" unten; ein gestrichelter Rahmen markiert die
Kopierquelle (mit eigenem Rahmen um deren erste Zelle, bleibt stehen, auch
wenn die aktuelle Auswahl längst woanders ist), `Esc` verwirft den Puffer.
- **Ausfüllkästchen** (das kleine Quadrat unten rechts an der Auswahl, wie in
Excel/Numbers): ziehen wiederholt die Auswahl — Werte, Formeln
(bezugsangepasst) und Formatierung — in die überstrichenen Zellen. Nur eine
Achse gleichzeitig (rein runter/hoch/rechts/links, je nachdem wohin weiter
gezogen wird); ein mehrzeiliger/-spaltiger Ausgangsbereich wird zyklisch
wiederholt, auch über eine unvollständige letzte Wiederholung hinweg.
**Tastaturnavigation (Excel-nah)** — Fokus in der Tabelle:
| Taste | Verhalten |
|---|---|
| Pfeiltasten | eine Zelle; **Shift+Pfeil** erweitert die Auswahl |
| **`Strg`/`Cmd`+Pfeil** | zum Rand des Datenblocks springen (leer↔gefüllt) |
| **Tab / Shift+Tab** | rechts / links |
| **Enter / Shift+Enter** | runter / hoch — nach einer Tab-Folge **zurück zur Startspalte + eine Zeile** |
| bei aktivem **Bereich** | Tab/Enter **rotieren den Cursor im Bereich** (mit Umbruch), der Bereich bleibt markiert |
| Tippen / `F2` | Zelle editieren; Enter/Tab committen und ziehen weiter (auch im Bereich) |
| `Pos1` / `Strg`+`Pos1` / `Ende` / `Strg`+`Ende` | Zeilenanfang / A1 / Zeilenende / letzte Zelle |
| `Bild↑` / `Bild↓` | seitenweise (bei festen Tabellen nach Viewport-Höhe) |
| **`Strg`/`Cmd`+`A`** | 1. Druck: zusammenhängender Bereich um die aktive Zelle · 2. Druck: alle befüllten Zellen der Tabelle (s. o. „Zellauswahl") |
| **`Strg`/`Cmd`+`C`/`X`/`V`** | Kopieren / Ausschneiden / Einfügen (Zellen + Formatierung, bezugsangepasst) |
| **`Strg`/`Cmd`+`Z`** · **`Strg`/`Cmd`+`Y`** / **`Strg`/`Cmd`+`Shift`+`Z`** | Rückgängig · Wiederholen (auch als Symbolleisten-Buttons ↶ ↷) |
| **`F4`** (im Editor/in der Formelleiste) | Bezug am Cursor sperren/zyklisch umschalten: `A1` → `$A$1` → `A$1` → `$A1` → `A1`; bei markiertem Text werden **alle** darin gefundenen Bezüge auf einmal umgeschaltet, jeder ausgehend vom eigenen Zustand |
| **`Alt`+`Enter`** bzw. **`Cmd`+`Enter`** (im Editor) | Zeilenumbruch in der Zelle einfügen, statt zu committen — `Cmd`+`Enter` als Mac-Fallback, da `⌥` (Option) dort eine Compose-Taste ist und nicht überall zuverlässig als reines Modifier ankommt |
| `↑`/`↓`/`Tab`/`Enter`/`Esc` (bei offenem Funktions-Dropdown) | navigieren / Vorschlag übernehmen / nur das Dropdown schließen — hat Vorrang vor der sonstigen Bedeutung dieser Tasten (s. u. „Funktions-Autovervollständigung") |
Bei **festen (scrollbaren) Tabellen** wird die aktive Zelle bei jeder Navigation
automatisch in den sichtbaren Bereich gescrollt (unter Beachtung fixierter
Zeilen/Spalten).
**Rückgängig/Wiederholen**: dokumentweiter Undo-Stack (Snapshot-basiert, wie
der bereits vorhandene JSON-Export/Import-Round-Trip — einfach und
nachweisbar korrekt für ein Dokument dieser Größe, statt eines Patch-/
Kommando-Logs). Reine Auswahl-/Cursor-Bewegungen zählen nie als Schritt; eine
schnelle Folge von Mutationen (ein Spalten-/Zeilen-Resize-Drag feuert bei
jeder Mausbewegung) wird zu **einem** Schritt zusammengefasst, sofern sie
innerhalb von 150 ms aufeinanderfolgen — knapp unter normalem Tipp-/Klick-
Tempo, damit zwei tatsächlich getrennte schnelle Aktionen nicht verschmelzen,
aber weit über dem Abstand aufeinanderfolgender Drag-Ereignisse (~16–30 ms).
Ein neuer Bearbeitungsschritt verwirft sofort einen etwaigen Wiederholen-Ast.
„Auf Beispiel zurücksetzen" und JSON-Import „Ersetzen" starten eine **neue**
Historie (das vorherige Dokument ist danach nicht mehr zurückholbar), Undo/
Redo selbst tun das nicht. Symbolleiste zeigt zwei Buttons (↶ ↷, deaktiviert
wenn nichts zu tun ist); greift auch ohne Tabellenfokus, außer während eine
Texteingabe (Zell-Editor, Formelleiste, Blatt-Umbenennen, …) den nativen
Undo dieses Feldes benutzen soll.
**In-Zellen-Editor**: das Eingabefeld liegt als Overlay über der Zelle (nicht
in ihr) und wächst mit dem Inhalt — in der Breite bis zu einer angenäherten
„sichtbaren Anzeigebreite", danach umbrechend; in der Höhe mit `Alt`+`Enter`
eingefügten Zeilenumbrüchen, bis zu einem Maximum, danach intern scrollbar.
Ein Zeilenumbruch bleibt auch nach dem Committen erhalten und wird in der
Zelle als solcher dargestellt (umbrechend statt einzeiliger Ellipse), auf die
Zeilenhöhe der Tabelle geklemmt.
**Formelleiste** (`fx`, oben): ein `<textarea>` statt eines einzeiligen Felds
— dadurch **umbricht** eine lange Formel statt seitwärts wegzuscrollen, und
an der unteren Kante lässt sie sich per **Maus** (natives `resize: vertical`)
auf beliebig viele Zeilen aufziehen, um mehr auf einmal zu sehen. `Alt`+`Enter`
bzw. `Cmd`+`Enter`, `F4` und `Esc` verhalten sich wie im In-Zellen-Editor. Das
Namensfeld links davon (ebenso das Pendant links in der **Statuszeile**, die
mit den Blatt-Reitern eine gemeinsame Zeile am unteren Rand teilt) zeigt bei
einer Mehrfachauswahl nicht nur die aktive Zelle, sondern den ganzen markierten
**Bereich** (`Umsatz::B2:E6`), bei einer diskontinuierlichen Auswahl zusätzlich
`+N` für die weiteren Rechtecke.
**Bezüge per Maus einfügen ("Point-Mode")**: sobald der Editor (Zelle oder
Formelleiste) eine Formel (`=…`) enthält, fügt ein **Klick** auf eine Zelle —
in derselben Tabelle **oder einer ganz anderen**, mit `Name!`-Qualifier bei
Bedarf `'in Quotes'` — deren Bezug an der Cursorposition ein; **Ziehen**
fügt stattdessen einen Bereichsbezug (`A1:C3`) ein, live wachsend während
der Zug. Ein weiterer Klick/Zug **ersetzt** den zuletzt eingefügten Bezug,
solange nichts dazwischen getippt wurde — **jede** Eingabe (ein `;` als
Argumenttrennzeichen ebenso wie jedes andere Zeichen) beendet dieses Fenster,
der nächste Klick fügt dann einen neuen Bezug an. Ein Klick während des
Point-Mode ändert nie die Tabellen-/Objektauswahl im Hintergrund.
### Benutzerdefinierte Funktionen
Der **„fx"-Button** in der Symbolleiste öffnet die einzige Stelle, an
der eigene, dokumentweite Funktionen angelegt, bearbeitet und gelöscht werden
— kein JSON-Handedit, keine Konsole. Danach in jeder Zelle aufrufbar wie ein
eingebauter Funktionsname: `=MARGE(Umsatz!B2; Umsatz!C2)`.
- **Liste** zeigt jede Funktion als `NAME(param1; param2)` — exakt die
Aufruf-Syntax — mit **Bearb.** (öffnet dasselbe Formular, vorausgefüllt)
und **🗑** (löscht nach Bestätigung).
- **Formular** (Neu wie Bearbeiten): Name, eine dynamische Liste von
Parameter-Feldern (**+ Parameter**, `×` zum Entfernen; auch 0 Parameter
sind gültig — dann ist es eine benannte Konstante/Formel), und ein
Formel-Feld optisch identisch zur Formelleiste — **ohne** führendes `=`.
Ein Parametername verhält sich im Funktionskörper wie eine Zelle mit
eigenem Wert; er darf selbst nicht wie ein Zellbezug aussehen (`A1`, `$B2`
o. ä. sind ungültig). Ein Parameter kann auch ein **Bereich** sein, solange
er im Funktionskörper direkt an eine bereichsfähige Funktion übergeben wird
— z. B. `SPANNE(bereich) = MAX(bereich) - MIN(bereich)`, aufgerufen als
`=SPANNE(Umsatz!B2:E6)`; das Formular zeigt dieses Muster als Hinweis unter
dem Formel-Feld. Wie bei jeder Formel ergibt ein Bereich außerhalb einer
Funktionsargument-Position `#VALUE!`.
- **Validierung beim Speichern**, mit **Inline-Fehlermeldung** direkt im
Formular (kein Toast, nichts geht verloren): Name-Kollision mit einer
eingebauten oder einer anderen benutzerdefinierten Funktion, ungültiger
Name/Parameter, ein nicht parsender Formelkörper, und ein **Funktions-
Zyklus** (A ruft B, B ruft A, auch über mehrere Stufen) — wird abgelehnt,
bevor je eine `#ERR`-Zelle entsteht.
- **Umbenennen/Löschen** aktualisiert **keine** bestehenden Formeltexte —
genau wie beim Umbenennen/Löschen einer Tabelle. Zellen, die die
betroffene Funktion aufrufen, zeigen danach `#NAME?`.
- Ein Aufruf wird **beim Parsen der aufrufenden Zelle in ihre AST eingesetzt**
(Inlining, keine Laufzeit-Closures) — siehe
[`src/engine/userFunctions.ts`](src/engine/userFunctions.ts) und die
Architektur-Tabelle unten. Dadurch braucht Evaluator/Graph keine Änderung,
und auch Zellen, die *nur* im Funktionskörper referenziert werden (nicht im
Aufruf), lösen bei Änderung korrekt eine Neuberechnung aus.
- Vollständig **undo-/redo-fähig** und Teil des JSON-Exports/-Imports.
#### Mit Schleife: echter Code statt einer einzelnen Formel
Der „Art"-Umschalter im Formular bietet neben **„Einfache Formel"** (s. o.)
auch **„Mit Schleife"** — echter Code mit Kontrollfluss, für Fälle, die eine
einzelne Formel nicht ausdrücken kann: über die Elemente eines Bereichs
selbst iterieren, verzweigen, vorzeitig abbrechen. Das Code-Feld akzeptiert
eine Folge aus:
- **Zuweisungen** — `name = ausdruck`.
- **FOR-Schleifen** — `FOR var IN bereich DO … END`, mit beliebig vielen
Anweisungen dazwischen (auch weiteren Schleifen/`IF`s); `bereich` ist ein
Parameter, eine Zelle oder ein Bereich (kein berechneter Ausdruck).
- **IF/ELSE** — `IF bedingung THEN … END` bzw. mit `ELSE …` davor dem `END`,
verschachtelbar in **jedem** Block (auch innerhalb eines `FOR`-Körpers).
- **RETURN** — `RETURN ausdruck`, an **beliebiger Stelle**, auch mitten in
einer Schleife oder einem `IF`-Zweig. Bricht die Ausführung sofort mit
diesem Wert ab; nichts danach läuft noch, auch keine weiteren
Schleifen-Durchläufe.
— beliebig gemischt und verschachtelt. Jeder eingeführte Name (Zuweisungsziel
oder Schleifenvariable) bleibt für den **restlichen** Code sichtbar, auch
nach dem Ende „seines" `FOR`/`IF` (mit seinem zuletzt zugewiesenen Wert) —
flacher Namensraum, kein Block-Scoping. `FOR`/`IN`/`DO`/`END`/`IF`/`THEN`/
`ELSE`/`RETURN` sind reservierte Wörter, nicht als Parameter-/Variablenname
erlaubt. Für `IF`-Bedingungen gibt es Vergleichsoperatoren
(`= <> > < >= <=`, Ergebnis `1`/`0`) — in **jeder** Formel nutzbar, nicht
nur in Blöcken.
Beispiel — Produkt aller Elemente eines Bereichs (`PRODUCT` gibt es nicht als
eingebaute Funktion, nur `SUM`/`AVG`/`MIN`/`MAX`/`COUNT`):
```
ergebnis = 1
FOR x IN bereich DO
ergebnis = ergebnis * x
END
RETURN ergebnis
```
aufgerufen als `=PRODUCT(Umsatz!B2:E6)`. Ein zweites Beispiel mit `IF` und
frühem `RETURN` — die erste Zahl in einem Bereich über einer Schwelle finden,
ohne den Rest des Bereichs überhaupt anzufassen:
```
FOR x IN bereich DO
IF x > schwelle THEN
RETURN x
END
END
RETURN 0
```
**Kein Endlos-Risiko trotz echtem Kontrollfluss.** Anders als die einfache
Formel-Variante (die vollständig zu einer statischen Formel „inlined" wird)
läuft eine `FOR`/`IF`/`RETURN`-Funktion bei jeder Neuberechnung durch einen
kleinen, echten Interpreter (`evaluator.ts`) — nötig, weil ein `IF`-Zweig
bzw. ein frühes `RETURN` vom tatsächlichen Zellwert abhängt, nicht vorab
berechenbar ist. Eine `FOR`-Schleife über insgesamt mehr als 10.000 Zellen
(über alle Schleifen einer Funktion) ergibt `#ERR` statt zu hängen; eine
Funktion, deren Ausführung endet, ohne dass `RETURN` je gefeuert hat,
ebenso — das Formular warnt davor zusätzlich schon **beim Speichern**, wenn
nicht erkennbar jeder Codepfad ein `RETURN` erreicht. Details:
[`src/engine/README.md`](src/engine/README.md)s „Schleifen"-Abschnitt.
#### SUMIF/COUNTIF/AVERAGEIF nachbauen
Es gibt keine eingebauten `SUMIF`/`COUNTIF`/`AVERAGEIF` — aber die **„Mit
Schleife"**-Funktionen reichen aus, um die **selbstbezügliche** Form
nachzubauen: Kriterium und Aggregation laufen über **denselben** Bereich
(„Summe/Anzahl/Mittelwert aller Werte in `bereich`, die eine Bedingung
erfüllen"). Das deckt den häufigsten Alltagsfall ab — z. B. „Summe aller
Umsätze über 100" oder „Anzahl der Zeilen mit Region = Nord", solange
Kriterium und zu summierender Wert in derselben Zelle stehen.
```
summe = 0
FOR x IN bereich DO
IF x > schwelle THEN
summe = summe + x
END
END
RETURN summe
```
aufgerufen als `=SUMME_WENN(Umsatz!B2:B13; 100)` — das Excel-Äquivalent zu
`SUMIF(Umsatz!B2:B13; ">100")` mit gleichem Kriterien- und Summenbereich.
`COUNTIF`/`AVERAGEIF` folgen demselben Muster, nur mit `zaehler = zaehler + 1`
statt `summe = summe + x`, bzw. am Ende `RETURN summe / zaehler` (mit
`IF zaehler = 0 THEN RETURN 0 END`-Guard gegen `#DIV/0!`).
Seit dem Fix der Vergleichsoperatoren (s. u. „Formelgrammatik") funktioniert
das Kriterium auch mit **Text** — case-insensitiv und getrimmt, wie bei
`XLOOKUP`:
```
anzahl = 0
FOR zeile IN bereich DO
IF zeile = kriterium THEN
anzahl = anzahl + 1
END
END
RETURN anzahl
```
aufgerufen als `=ANZAHL_WENN(Umsatz!A2:A13; "Nord")` — zählt alle Zellen in
`Umsatz!A2:A13`, deren Text „Nord" ist (unabhängig von Groß-/Kleinschreibung
und Leerzeichen).
**Grenze, die (noch) bleibt:** ein Excel-`SUMIF(Kriterienbereich; Kriterium;
Summenbereich)` mit **getrennten** Bereichen (Kriterium in Spalte A, zu
summierender Wert in Spalte B) ist damit **nicht** nachbaubar — die Sprache
hat kein `OFFSET`/`INDEX`-Äquivalent, um „die Zelle an derselben Position im
anderen Bereich" zu adressieren; eine `FOR`-Schleife erreicht nur den
Bereich, über den sie selbst iteriert. Siehe „Bekannte Grenzen" unten.
### Benannte Bereiche
Der **„Benannte Bereiche"-Button** (Tag-Symbol) in der Symbolleiste, direkt
neben dem **„fx"-Button**, öffnet die einzige Stelle, an der dokumentweite Namen für
eine feste Zelle/einen festen Bereich angelegt, bearbeitet und gelöscht
werden — z. B. `Umsatz_Q1` statt `Umsatz!B2:B6`. Danach in **jeder**
Top-Level-Formel unqualifiziert nutzbar, ohne Tabellen-Präfix:
`=SUM(Umsatz_Q1)` oder `=Umsatz_Q1 + 1` für eine einzelne Zelle. Das
vorbefüllte Dokument bringt `Umsatz_Q1` (→ `Umsatz!B2:B6`) bereits als
Beispiel mit.
- **Liste** zeigt jeden Namen als `Name → Tabelle (Blatt)!Bereich` — mit
**Bearb.** und **🗑** wie bei den Funktionen.
- **Formular**: Name, eine Tabelle (Auswahl über alle Blätter hinweg) und
zwei Zellfelder (Start/Ende als A1-Notation, z. B. `B2` und `B6`); ein
leeres zweites Feld bedeutet „nur die erste Zelle". **„+ Neuer Name"**
übernimmt automatisch die aktuelle Zellauswahl (Tabelle + Bereich) als
Vorbelegung, wenn eine Zelle/ein Bereich gerade markiert ist — analog zu
Excels „Namen aus Auswahl erstellen".
- **Validierung beim Speichern**: gültiger Name (keine Zahl/Zellform wie
`A1`), kein reserviertes Schlüsselwort (`FOR`/`IN`/`DO`/`RETURN`), keine
Kollision mit einem eingebauten Namen, einer benutzerdefinierten Funktion
oder einem anderen benannten Bereich (case-insensitiv). **Kein
Zyklus-Check nötig** — anders als eine benutzerdefinierte Funktion hat ein
benannter Bereich keinen eigenen Ausdruck, nur feste Koordinaten, kann sich
also nie selbst referenzieren.
- **Überlebt eine Tabellen-Umbenennung.** Intern wird die Tabellen-*ID*
gespeichert, nicht ihr Name — anders als ein normaler `Tabelle!Zelle`-Bezug
im Formeltext (der bricht bei Umbenennung, wie eh und je) wird ein
benannter Bereich beim Nachschlagen live auf den *aktuellen* Tabellennamen
aufgelöst. Wird die Tabelle dagegen **gelöscht**, bleibt der Name bestehen
und zeigt in Formeln danach `#NAME?` — „nichts wird automatisch
umgeschrieben", dieselbe Konvention wie beim Löschen einer benutzerdefinierten
Funktion oder Tabelle.
- Vollständig **undo-/redo-fähig** und Teil des JSON-Exports/-Imports.
**Bewusst ohne** (Stand jetzt):
- **Nicht innerhalb einer benutzerdefinierten Funktion nutzbar** — im
Funktionskörper selbst bleibt ein unqualifizierter, nicht-zellförmiger
Name ein harter Parse-Fehler, genau wie vor diesem Feature. Grund: sonst
würde z. B. eine lokale Variable, die versehentlich vor ihrer eigenen
Zuweisung verwendet wird, nicht mehr sofort beim Speichern auffallen,
sondern erst zur Laufzeit als `#NAME?` — oder, schlimmer, sie würde
still passend zu einem gleichnamigen benannten Bereich irgendwo im
Dokument auflösen. Ein **Aufrufer** kann einen benannten Bereich aber
ganz normal als Argument übergeben (`=MEINEFUNKTION(Umsatz_Q1)`) — die
Einschränkung gilt nur fürs *Eintippen des bloßen Namens* im Funktionskörper
selbst.
- **Keine eigene Formel/kein Ausdruck** — nur eine feste Zelle/ein fester
Bereich, kein benannter *berechneter* Wert (dafür gibt es weiterhin
benutzerdefinierte Funktionen ohne Parameter, s. o.).
- **Nicht in der Funktions-Autovervollständigung** — das Dropdown beim
Tippen nach `=` schlägt bisher nur Funktionsnamen vor, keine benannten
Bereiche.
- **Kein „Bereich" als `Name:B2`** — ein benannter Bereich ist immer die
ganze, vordefinierte Adresse; er kann nicht als Startpunkt einer neu
getippten `:`-Bereichsangabe kombiniert werden.
### Makros
Ein **USP gegenüber gewöhnlichen Tabellenkalkulationen**: Zellen, Zeilen/
Spalten, Tabellen und Blätter dokumentweit **per Skript adressieren und
verändern** — Struktur *und* Inhalt — statt nur per Formel zu lesen. Anders
als eine Formel läuft ein Makro **außerhalb der Neuberechnung**: es wird nie
aus einer Zelle heraus aufgerufen, sondern immer **explizit ausgelöst** —
über **„▶ Ausführen"** in der neuen **„▶ Makros"**-Symbolleisten-Ansicht
oder per Klick auf ein **Button-Objekt** auf der Fläche (einfügbar über das
Symbol neben „Text einfügen"; welches Makro der Klick auslöst, wird im
Inspektor **oder** per Rechtsklick auf den Button direkt gewählt). Diese
Trennung ist bewusst: eine Formel, die als Nebeneffekt andere Zellen
verändert, würde die Neuberechnungsreihenfolge undefiniert machen (genau
das vermeidet dieses Feature) — ein Makro ist stattdessen dieselbe Art
Mutation, die auch ein Klick in der UI auslösen würde, nur mit
`FOR`/`IF`/`RETURN`-Kontrollfluss verkettet (dieselbe Sprache wie „Mit
Schleife"-Funktionen, s. o.).
**Elf Schreib-Aktionen**, adressiert mit der gewohnten
`Blatt!Tabelle::Zelle`-Syntax:
| Aktion | Wirkung |
|---|---|
| `SETVALUE(Ziel; Wert)` | schreibt `Wert` in eine Zelle oder — als Ziel ein Bereich — denselben Wert in jede Zelle darin (wie Excels `Strg+Enter`). Beginnt der (ggf. per `&` zusammengesetzte) Text mit `=`, wird er wie getippt zur echten Formel. |
| `INSERTROW`/`DELETEROW`/`INSERTCOL`/`DELETECOL(TabellenRef; Index)` | dieselbe dokumentweite Formel-Referenz-Umschreibung wie das manuelle Einfügen/Löschen (s. o.) |
| `ADDTABLE(BlattRef; Name)`, `RENAMETABLE`/`DELETETABLE(TabellenRef)` | Tabellen anlegen/umbenennen/löschen |
| `ADDSHEET(Name)`, `RENAMESHEET`/`DELETESHEET(BlattRef)` | Blätter anlegen/umbenennen/löschen |
`TabellenRef`/`BlattRef` sind Text (`"Umsatz"` oder `"Blatt2!Kosten"`,
identisch zur Formel-Qualifizierung aufgelöst) — auch berechenbar, z. B.
`ADDTABLE("Blatt1"; "Kopie_" & COUNT(Umsatz!A:A))`. Nur `SETVALUE`s erstes
Argument ist ein echter Zell-/Bereichsbezug (Literal, Parameter,
Schleifenvariable); alle anderen Argumente sind normale Ausdrücke.
- **Jeder Zell-/Bereichsbezug muss die Tabelle nennen** (`Umsatz::A1`, nie
bloß `A1`) — anders als eine Zelle hat ein Makro keine „Heimat-Tabelle",
die ein unqualifizierter Bezug meinen könnte. Beim Speichern geprüft, mit
klarer Fehlermeldung.
- **`RETURN`** beendet die Ausführung vorzeitig (z. B. um eine Schleife
früh zu verlassen); ein `RETURN "text"` wird zur Erfolgsmeldung im Toast
statt des generischen „Makro ausgeführt.".
- **Ein ganzer Lauf zählt als ein Undo-Schritt** — läuft er synchron durch
(immer der Fall), fasst die bestehende, zeitbasierte Undo/Redo-Historie
ihn automatisch zu einem `Strg`/`Cmd`+`Z` zusammen, ohne eigene
Transaktionslogik.
- **Ein Fehler mitten im Lauf bricht sofort ab** (unbekannte Tabelle,
fehlerhafter Wert, …) und zeigt die Ursache als Fehler-Toast — bereits
ausgeführte Schritte bleiben stehen (kein automatisches Rollback,
bewusst; per Undo rückgängig machbar).
- **Eigenes, kleineres Schrittbudget** (1.000 statt der 10.000 einer
gewöhnlichen `FOR`-Schleife) — eine Makro-Schleife kann pro Durchlauf
eine volle Neuberechnung auslösen (bei einer Struktur-Aktion), ein zu
großzügiges Budget wäre dort ein echtes Einfrier-Risiko.
- **Kein Makro ruft ein anderes Makro auf** (keine solche Aktion existiert)
— eliminiert jedes Makro-triggert-Makro-Zyklus-Risiko von vornherein.
- Eine im Makro aufgerufene **benutzerdefinierte Funktion** funktioniert
normal (berechnet einen Wert), kann aber selbst nie schreiben — ihr
Funktionskörper wird immer ohne Schreib-Rechte geparst.
**GET/POST + JSON-Ergebnis mit Iteration**: `r = GET(url)` und
`r = POST(url; body)` rufen eine externe Adresse auf und binden die
geparste JSON-Antwort an `r` — genau wie jede andere Zuweisung, aber die
einzige Stelle in der Sprache, die wirklich auf ein Netzwerk-Roundtrip
wartet. `FOR item IN r DO … END` (oder direkt `FOR item IN JSONGET(r;
"pfad") DO … END`) iteriert, sobald `r` ein JSON-**Array** ist, über dessen
Elemente — dieselbe `FOR`-Syntax wie bei einem Zell-/Bereichsbezug, nur
mit einer neuen Quellart. **`JSONGET(wert; pfad)`** liest ein Feld heraus
(`"a.b.0.c"` — punktgetrennt, eine Zahl indiziert ein Array, alles andere
einen Objekt-Schlüssel; ein fehlender Pfad ergibt JSON-`null`, kein
Fehler) — anders als `GET`/`POST` rein synchron und deshalb überall in
einem Ausdruck einsetzbar (`SETVALUE(Ziel; JSONGET(item; "name"))`,
verschachtelt in einer `IF`-Bedingung, …), nicht nur als ganze rechte
Seite einer Zuweisung. Ein JSON-Wert, direkt (ohne `JSONGET`) an einer
gewöhnlichen Werteposition verwendet, kollabiert automatisch: Text/Zahl
bleiben sich selbst, ein Bool wird `1`/`0`, ein Objekt/Array wird sein
JSON-Text — praktisch, um z. B. die rohe Antwort unverändert in eine Zelle
zu schreiben.
- **Verbindung wird pro Makro einmalig bestätigt.** Beim ersten Kontakt
eines Makros zu einem neuen Host (Domain **inkl. Port**) erscheint ein
Bestätigungsdialog mit Makro-Name und Ziel-Host; wird zugestimmt, ist
dieser Host für **dieses** Makro dauerhaft freigegeben (gespeichert,
Teil des JSON-Exports) — kein erneutes Nachfragen bei künftigen Läufen,
auch nicht in einer neuen Sitzung. Bewusst **pro Makro statt pro
Dokument**: ein importiertes Dokument mit mehreren kleinen Makros, die
denselben Host kontaktieren, soll nicht durch eine einzige Bestätigung
alle auf einmal freischalten — jedes Makro trifft seine eigene, einmalige
Entscheidung. Eine Ablehnung bricht das Makro ab, ohne den Host zu
speichern.
- **`GET`/`POST` sind nur als ganze rechte Seite einer Zuweisung gültig**
(`x = GET(url)`), nicht verschachtelt in einem Ausdruck — sie brauchen
einen echten `await`, den nur diese eine Stelle in der Sprache erlaubt.
Innerhalb einer normalen benutzerdefinierten Funktion sind `GET`/`POST`/
`JSONGET` von vornherein unerreichbar (Speicher-Zeit-Fehler mit klarer
Meldung) — Netzwerkzugriff bleibt strikt auf Makros beschränkt.
- **Nicht-2xx-Antwort oder ungültiges JSON** brechen den Lauf mit einer
klaren Fehlermeldung ab, wie jede andere Aktion.
**Bewusst ohne** (Stand jetzt): Makros haben keine Parameter (ein Klick
übergibt keine Argumente); mehrere Struktur-Aktionen in einer Schleife
lösen weiterhin je eine eigene Neuberechnung aus statt gebündelt einmal am
Ende (das kleinere Schrittbudget hält das Restrisiko klein, spätere
Optimierung möglich); ein `TabellenRef`-String wird am *ersten* `!`
gesplittet (ein Tabellenname mit eigenem `!` darin ist so nicht
adressierbar); `POST` hat keine eigenen Header/Authentifizierung (immer
`Content-Type: application/json`, der Body wird vom Makro-Autor selbst als
Text — z. B. per `&`-Verkettung — zusammengesetzt), `GET` hat keinen Body;
kein eigenes Timeout (folgt dem Browser-`fetch()`-Standard — ein
hängender Request blockiert den Makrolauf unbegrenzt); `FOR` über ein
JSON-*Objekt* (statt Array) ist ein klarer Fehler, keine implizite
„über die Werte/Einträge iterieren"-Zweitbedeutung; GET/POST teilen sich
das normale Schrittbudget (kein eigenes, kleineres Netzwerk-Kontingent).
### Zeilen & Spalten einfügen/löschen
Rechtsklick auf einen **Zeilen-** oder **Spaltenkopf** öffnet ein Kontextmenü
mit **„Zeile oberhalb/unterhalb einfügen"**, **„Zeile löschen"** (analog für
Spalten) — anders als „Zeile/Spalte hinzufügen" (die bestehenden Buttons/
Menüpunkte, die nur am **Rand** wachsen/schrumpfen, reines Resizing) wird
hier **mitten im Gitter** eingefügt/gelöscht: Zellinhalte, Formatierungen und
Zeilenhöhen-/Spaltenbreiten-Overrides ab der betroffenen Zeile/Spalte
verschieben sich, und **jede Formel im gesamten Dokument**, die eine
Referenz auf die verschobene Tabelle enthält — nicht nur innerhalb der
bearbeiteten Tabelle selbst, auch über `Tabelle!Zelle`/
`Blatt!Tabelle::Zelle`-Qualifier aus anderen Tabellen — wird automatisch
mitgezogen:
- Ein Bereich, der über die Einfüge-/Löschstelle hinausragt, **wächst bzw.
schrumpft** entsprechend (`=SUM(B2:B6)` bleibt beim Einfügen einer Zeile
mittendrin ein gültiger, nur größerer Bereich) — genau wie in Excel/Numbers.
- Eine Referenz, die **genau** auf die gelöschte Zeile/Spalte zeigt (eine
Einzelzelle, oder ein Bereich, der komplett darin lag), wird zu einem
echten **`#REF`**-Literal *in der Formel selbst* (z. B. `=B2+1` wird zu
`=#REF+1`) — dasselbe, was Excel inline anzeigt. `#REF` ist dabei keine
Notation, sondern ein echtes Grammatik-Element (`ErrorLiteralNode`, s.
„Formelgrammatik" unten): jeder der sieben Fehlercodes (`#REF`, `#DIV/0!`,
`#NAME?`, `#ERR`, `#CIRC`, `#VALUE!`, `#N/A`) lässt sich jetzt auch direkt
in eine Formel **tippen**, z. B. `=IF(A1=0;#N/A;A1)`.
- `$`-gesperrte Referenzen (`$B$5`) verschieben sich **trotzdem** — anders
als beim Kopieren ist `$` hier irrelevant: die referenzierte Zelle hat sich
strukturell bewegt, unabhängig davon, ob ihr Bezug gesperrt war.
- Eine Referenz **vor** der Einfüge-/Löschstelle bleibt **byte-identisch**
stehen (auch Groß-/Kleinschreibung, Leerzeichen) — nur das Notwendige wird
angefasst.
- Die aktuelle **Auswahl** wandert mit, falls sie auf der bearbeiteten
Tabelle liegt.
- **Undo/Redo-fähig** wie jede andere Änderung.
### Abhängigkeiten erkunden (🕸)
Rechtsklick auf eine Zelle → **„🕸 Abhängigkeiten anzeigen"** öffnet ein
andockbares Panel rechts (wie das Einstellungen-Panel links) — **kein**
Vollbild-Dialog, damit Blatt-Tabs, Statusleiste und Canvas die ganze Zeit
sichtbar und bedienbar bleiben: der Blattbezug geht beim Erkunden nie
verloren. Zeigt für die Zelle:
- **Vorgänger** — jede Zelle, die ihre Formel direkt liest (bei einem
Bereich wie `SUM(B2:E2)` jede einzelne Zelle darin).
- **Nachfolger** — jede Zelle, die *diese* Zelle direkt liest, auch über
Tabellen-/Blattgrenzen hinweg.
- Jeder Eintrag zeigt **Blatt · Tabelle!Zelle** (Blattname **immer**, nicht
nur bei Mehrdeutigkeit) sowie den aktuellen Wert.
**Ein Klick auf einen Eintrag navigiert wirklich dorthin** — nicht nur
innerhalb des Panels: Er wählt die echte Zelle im Dokument aus, wechselt bei
Bedarf das Blatt-Tab, und das Panel zentriert sich neu auf sie. Formelleiste,
Statusleiste und die Tabellen selbst zeigen danach exakt dieselbe Zelle, die
im Panel zentriert ist — das Erkunden des Formel-Netzwerks *ist* Navigieren,
keine isolierte Nebenansicht. **„← Zurück"** geht die so besuchten Zellen
rückwärts durch (auch das mit echter Navigation, nicht nur Panel-intern).
Ein Zirkelbezug (`#CIRC`) wird rot markiert (⚠), sowohl als Zentrum als auch
als Vorgänger/Nachfolger-Eintrag — die Kante existiert im Abhängigkeitsgraphen
unabhängig davon, dass sie bei der Neuberechnung übersprungen wird (s.
„Fehlermodell" unten).
**Bewusst ohne**: kein automatisches Scrollen der Zieltabelle zur
navigierten Zelle, falls sie außerhalb des sichtbaren Ausschnitts liegt
(bei einer „Feste Größe"-Tabelle mit vielen Zeilen); keine Gruppierung
vieler Vorgänger/Nachfolger zu einem Bereichs-Eintrag (`Umsatz!B2:B100`
erscheint als 99 einzelne Zeilen, nicht als ein zusammengefasster Eintrag).
### Zell-Formatierung
Auswahl (Zelle, Bereich, Mehrfachauswahl, ganze Zeile/Spalte über den Kopf) → im
Inspector unter **Objekt · Auswahl**: horizontale **Ausrichtung**
(links/mitte/rechts),
**Zahlenformat** (`Automatisch`, `Ohne`, Ganzzahl, 1/2 Nachkommastellen,
**Prozent** 0/2 Stellen, **Datum**/**Zeit**/**Datum + Zeit** — kombiniert mit
der Locale unten — sowie **Datum (ISO)**, das immer `JJJJ-MM-TT` zeigt,
unabhängig von der Locale), **Zell-Textfarbe**,
**Zell-Füllfarbe**, **Fett**/**Kursiv**, „Formatierung entfernen". Auch exakte
**Spaltenbreite** und **Zeilenhöhe** der Fokuszelle.
### Einstellungen (⚙, links neben dem Titel)
Ein Zahnrad neben der Überschrift öffnet eine linke Inspector-Schublade
([`SettingsPanel.vue`](src/components/SettingsPanel.vue)), die die Fläche zur
Seite schiebt (auf schmalen Viewports überlagert sie). Sie bündelt alle
wichtigen Punkte:
- **Objekt** (das gewählte):
- Tabelle → Name, Zeilen/Spalten (exakt), Darstellung, Viewport-Größe,
fixierte Kopfzeilen/Spalten, Position, Zahlenformat-Locale, **Standard-
Zeilenhöhe**, **Tabellen-Hintergrund/-Textfarbe**, und – bei aktiver
Zellauswahl – die **Auswahl**-Formatierung (s. o.).
- Diagramm → Name, Ansicht, Quelltabelle, Größe, Position, Zahlenformat-Locale,
**Hintergrund**, **Text-/Achsenfarbe**.
- Textfeld → Name, Text, Schriftgröße, Fett/Kursiv, Ausrichtung, **Textfarbe**,
**Hintergrund**, Größe, Position.
- **Blatt**: Name, Zahlenformat, **Hintergrundfarbe**, **Schriftfarbe**,
**Raster ein-/ausblenden** (`↺` setzt eine Farbe auf den Theme-Wert zurück),
neues Blatt, Blatt löschen.
- **Ansicht**: Zoom-Regler (**pro Blatt** gespeichert).
- **Dokument**: Erscheinungsbild (Auto/Hell/Dunkel), Zahlenformat
(Ländereinstellung), CSV-Standard-Trennzeichen, „Auf Beispiel zurücksetzen".
### Blatt-Erscheinungsbild
Jedes Blatt kann eine eigene **Hintergrundfarbe** (Canvas-Fläche hinter den
Objekten) und **Schriftfarbe** (Standard-Textfarbe der Gitter/Labels) haben und
das **Punkt-Raster** ein- oder ausblenden. Die Farben überschreiben die
Theme-Variablen `--bg` / `--text` nur für dieses Blatt; ohne Wert gilt das
Theme. Der Canvas-**Zoom** wird ebenfalls pro Blatt gemerkt.
Alle diese Einstellungen sind Teil des Dokuments (`DocumentState` /
`Sheet`) und werden damit in **localStorage gespeichert und in `.json`
exportiert** – Round-Trip verlustfrei, ungültige Werte werden beim Import
verworfen bzw. geklemmt.
### Zahlenformat (Ländereinstellung)
Die Darstellung von Zahlen (Dezimal- und Tausendertrennzeichen) ist eine
**Kaskade**: Objekt → Blatt → Dokument. Jede Ebene kann die darüberliegende
überschreiben oder „erben" (leere Auswahl). Auswahl: `Ohne Trennzeichen`,
`de-DE`, `de-CH`, `en-US`, `en-GB`, `fr-FR`, `it-IT`. Wirkt auf Zellwerte, das
Live-Aggregat der Statusleiste und die Wertelabels der Diagramme. **CSV-/XLSX-
Export bleibt bewusst locale-neutral** (`.`-Dezimal, keine Gruppierung) für einen
verlustfreien Round-Trip; der CSV-*Import* erkennt beide Schreibweisen ohnehin.
Das vorbefüllte „Umsatz" ist bereits als **feste, scrollbare Tabelle mit
fixierter Kopfzeile und fixierter Spalte A** angelegt, um das Feature zu zeigen.
---
## Formelgrammatik (EBNF)
```ebnf
formula = "=" expression ;
expression = comparison ;
comparison = concat [ ("="|"<>"|">"|"<"|">="|"<=") concat ] ; (* höchstens
ein Vergleich, nicht
verkettbar wie
"a < b < c"; vor allem
für IF-Bedingungen in
„Mit Schleife"-Code
(s. o.), aber in jeder
Formel nutzbar *)
concat = additive { "&" additive } ; (* links-assoziativ; Text-
Verkettung, bindet
schwächer als "+ -",
stärker als ein
Vergleich -- derselbe
Platz wie bei Excel *)
additive = term { ("+" | "-") term } ; (* links-assoziativ *)
term = unary { ("*" | "/") unary } ; (* links-assoziativ *)
unary = ("+" | "-") unary
| power ;
power = primary [ "^" unary ] ; (* rechts-assoziativ; bindet
stärker als unäres Minus,
d.h. -2^2 = -(2^2) = -4 *)
primary = NUMBER | STRING | ERRORLIT | "(" expression ")" | funcall | reference | namedref ;
funcall = IDENT "(" [ expression { ";" expression } ] ")" ;
namedref = IDENT ; (* ein unqualifizierter,
nicht zellförmiger,
nicht in `(` mündender
Bezeichner -- ein
benannter-Bereich-
Kandidat, s. u.; nur
außerhalb eines
Funktionskörpers *)
reference = [ sheetQualifier ] [ qualifier ] CELL [ ":" CELL ] ;
qualifier = (IDENT | QUOTED) ("!" | "::") ; (* Tabellenname *)
sheetQualifier = (IDENT | QUOTED) "!" ; (* Blattname -- nur erkannt,
wenn direkt gefolgt von
einem vollen "Tabelle::"
(3-teilige Form); ein
einzelnes "X!Y" ohne
folgendes "::" bleibt
die alte 2-teilige Form
(X = Tabelle) *)
IDENT = /[A-Za-z_][A-Za-z0-9_]*/ ;
QUOTED = /' ( [^'] | '' )* '/ ; (* Name mit Leerzeichen *)
CELL = /\$?[A-Za-z]{1,3}\$?[0-9]{1,7}/ ;
ERRORLIT = "#REF" | "#DIV/0!" | "#NAME?" | "#ERR" | "#CIRC" |
"#VALUE!" | "#N/A" ; (* ein Fehlercode, direkt
getippt oder von einem
Zeilen/Spalten-Löschen
erzeugt, s. u. *)
```
Präzedenz schwach → stark: Vergleich (`= <> > < >= <=`) < `&` < `+ -` < `* /` <
unäres `+ -` < `^`.
**Vergleiche** sind numerisch, wenn beide Seiten Zahlen sind (leere Zelle
zählt als `0`), und **text**uell — case-insensitiv, getrimmt, wie bei
`XLOOKUP` (s. u.) —, wenn beide Seiten Text sind (leere Zelle zählt dann als
`''`). Eine echte Zahl gegen echten Text: `=`/`<>` antworten eindeutig
falsch/wahr, `> < >= <=` ergeben `#VALUE!` (kein sinnvoller Vergleich über
Typgrenzen). Nützlich z. B. für `=A1="Nord"` oder als Kriterium einer
selbstgebauten `COUNTIF`/`SUMIF`-Funktion (s. „SUMIF/COUNTIF/AVERAGEIF
nachbauen" oben).
**`&` verkettet als Text**, z. B. `=A1&" "&B1` oder `="Herr "&Name`. Eine Zahl
wird dabei ohne Locale-Formatierung dargestellt (`5`, nicht `5,00`), eine
leere Zelle trägt `''` bei (nicht `'0'`). Bindet schwächer als `+`/`-`
(`="a"&1+2` = `"a3"`, nicht `"a1"+2`), aber stärker als ein Vergleich
(`=A1&B1="ab"` prüft das *Ergebnis* der Verkettung, nicht `B1="ab"` allein).
`CONCAT(Text1; Text2; …)`/`CONCATENATE(...)` machen dasselbe als Funktion,
ohne Operator-Präzedenz zu beachten — nützlich mit vielen Teilen oder
innerhalb eines „Mit Schleife"-Codes.
Ein unqualifizierter Bezeichner, der weder eine Zelle noch (mit
`paramNames`) ein Parameter ist, parst als **`namedref`** — ein Kandidat für
einen **benannten Bereich** (s. „Benannte Bereiche" oben), erst zur
Auswertung/Abhängigkeits-Ermittlung gegen das Dokument aufgelöst (genau wie
ein Tabellen-Qualifier nie beim Parsen selbst geprüft wird). Ein unbekannter
Name ergibt `#NAME?`. **Nur außerhalb eines Funktionskörpers** — mit
`paramNames` bleibt ein unqualifizierter, nicht-zellförmiger Bezeichner ein
harter Parse-Fehler wie zuvor (s. „Benannte Bereiche"s „Bewusst ohne"). Ein
*qualifizierter* nicht-zellförmiger Bezeichner (`Tabelle!Foo`) ist immer ein
Parse-Fehler — ein benannter Bereich ist nie qualifiziert.
Ein **Fehlercode lässt sich auch direkt in eine Formel tippen**, z. B.
`=IF(A1=0;#N/A;A1)` oder `=1+#REF`. Wertet unbedingt zu genau diesem Fehler
aus, wie eine Zahl- oder Text-Konstante. Alle sieben Codes sind erlaubt:
`#REF`, `#DIV/0!`, `#NAME?`, `#ERR`, `#CIRC`, `#VALUE!`, `#N/A` — **ohne**
das in Excel übliche `!` am Ende von `#REF!`, da diese Engine ihren eigenen
Fehlercode konsequent ohne `!` schreibt (`#REF`, nicht `#REF!`; siehe
Fehlermodell unten). Genau das erzeugt auch ein **Zeilen-/Spalten-Löschen**
automatisch für eine dadurch ungültig gewordene Referenz (s. „Zeilen &
Spalten einfügen/löschen" oben) — die Formel zeigt danach z. B. `=#REF+1`
statt einer stillen Fehladressierung.
Der (innere) Qualifier ist der **Tabellenname**. `!` und der Numbers-Stil `::`
sind dabei austauschbar und **case-/whitespace-tolerant**:
`Kosten!A2` = `'Kosten'!A2` = `kosten!a2` = `Kosten::A2`.
**Tabellennamen sind nur pro Blatt eindeutig**, nicht dokumentweit — zwei
verschiedene Blätter dürfen je eine Tabelle „Umsatz" haben (beim Anlegen/
Umbenennen wird nur gegen das **eigene** Blatt geprüft). Ein unqualifizierter
Bezug wie `Umsatz!B2` (ohne Blattangabe) löst sich dann wie folgt auf:
1. Gibt es die Tabelle nur auf **einem** Blatt (der Normalfall), wird sie
genommen — unverändert wie zuvor.
2. Gibt es sie auf **mehreren** Blättern, gewinnt die Tabelle auf **demselben
Blatt wie die Formel selbst** (nicht: dem gerade angezeigten Blatt in der
UI — das spielt für die Formel keine Rolle).
3. Bleibt es danach noch mehrdeutig, ergibt sich `#REF` — hier hilft die
explizite **3-teilige Form** `Blatt!Tabelle::Zelle`, z. B.
`=Analyse!Umsatz::B2` oder mit Leerzeichen `='Blatt 2'!Umsatz::B2`, die
**immer** genau die Tabelle auf dem genannten Blatt trifft, unabhängig
davon, wo die Formel selbst steht. Die 2-teilige Form (`Umsatz!B2` /
`Umsatz::B2`) bleibt für jede bestehende Formel exakt gültig — die
3-teilige Form ist rein additiv.
Die Formel-**Point-Mode**-Einfügung (s. o.) erkennt eine mehrdeutige
Zieltabelle selbst und fügt automatisch die volle 3-teilige Form ein, statt
einer Formel, die versehentlich die falsche Tabelle träfe.
**`$`-Bezüge sperren** (relativ/gemischt/absolut): `A1` (relativ) vs. `$A1` /
`A$1` (Spalte bzw. Zeile gesperrt) vs. `$A$1` (beide gesperrt). Für die
Auswertung selbst ist `$` irrelevant — sie ist rein positionsbasiert. Es zählt
beim **Kopieren**: eine gesperrte Achse bleibt exakt wie eingegeben stehen,
eine ungesperrte verschiebt sich um das Einfüge-Delta (siehe „Kopieren/
Ausschneiden/Einfügen" oben). Beim **Ausschneiden** gilt das nicht — dort
verschiebt sich die referenzierte Zelle selbst, also folgt jede Referenz
darauf, `$` hin oder her. `F4` schaltet den Bezug unter dem Cursor durch die
vier Kombinationen.
**Funktions-Autovervollständigung**: sobald in der Formelleiste oder im
In-Zellen-Editor ein Funktionsname zu tippen beginnt (nach `=`, einem
Operator, `(` oder `;` — nicht bei einem Zellbezug wie `A1`), erscheint ein
Dropdown mit den passenden eingebauten **und** eigenen Funktionen samt
Kurzsignatur (z. B. `XLOOKUP(Suchwert; Suchbereich; Rückgabebereich; …)`).
`↑`/`↓` navigieren, `Tab`/`Enter` oder ein Klick übernehmen den markierten
Vorschlag (fügt `NAME(` ein, bereit für die Argumente), `Esc` schließt nur
das Dropdown, ohne die Bearbeitung selbst abzubrechen.
**Funktionen** (case-insensitiv, Trenner `;`): `SUM`, `AVG` (Alias `AVERAGE`),
`MIN`, `MAX`, `COUNT`, `CONCAT` (Alias `CONCATENATE`), `IF(Bedingung; Dann;
Sonst?)`, `AND(Bedingung1; Bedingung2; …)`, `OR(Bedingung1; Bedingung2; …)`,
`NOT(Bedingung)`, `DATE(Jahr; Monat; Tag)`, `TIME(Std; Min; Sek)`, `TODAY()`,
`NOW()`, `XLOOKUP(Suchwert; Suchbereich; Rückgabebereich; [WennNichtGefunden];
[Vergleichsmodus]; [Suchmodus])` — plus alle über den **„fx"-Button** angelegten
benutzerdefinierten Funktionen (siehe „Benutzerdefinierte Funktionen" oben),
die sich für den Aufrufer identisch verhalten. Argumente gemischt:
Einzelzellen, Bereiche (lokal oder `Name!…`), Zahl-Literale — z. B.
`=SUM(Umsatz!B2:E2; 100; A1)`. Ein optionales Argument darf übersprungen
werden, indem die Stelle einfach leer bleibt (`XLOOKUP(x; a; b; ; -1)`
lässt „WennNichtGefunden" aus, um „Vergleichsmodus" zu erreichen) — wie in
Excel; eine leere Stelle zählt wie eine leere Zelle (`0` in Arithmetik,
von `COUNT` nicht mitgezählt).
`IF` ist die einzige Funktion, die ihre Argumente **nicht** vorab auswertet:
nur die Bedingung wird immer berechnet, danach ausschließlich der tatsächlich
genommene Zweig — der andere Zweig wird gar nicht ausgewertet, ein Fehler
darin (z. B. `=IF(B1=0; 0; A1/B1)`, wenn `B1` `0` ist) schlägt also nie
durch. Die Bedingung nutzt dieselbe Zahl-Semantik wie die Vergleichsoperatoren
`= <> > < >= <=` (Ergebnis `1`/`0`, keinen eigenen Wahrheitstyp): jede
Zahl außer `0` sowie jeder nicht-leere Text gilt als wahr, z. B.
`=IF(A1>=100; "groß"; "klein")`. Ohne Sonst-Zweig liefert eine falsche
Bedingung `0`. Ein benutzerdefiniertes „IF" ist nicht anlegbar — der Name
kollidiert mit der eingebauten Funktion.
**`AND`/`OR`/`NOT`** verknüpfen mehrere Bedingungen — z. B.
`=IF(AND(A1>0; A1<10); "im Bereich"; "außerhalb")`, da ein einzelner
Vergleich (`= <> > < >= <=`) nicht verkettbar ist (`1<A1<10` ist kein
gültiger Ausdruck). Anders als `IF` werten sie **alle** Argumente aus, auch
wenn das Ergebnis schon feststeht — genau wie in Excel: `=AND(1=2; 1/0)`
ergibt `#DIV/0!`, nicht `0`/falsch. `AND`/`OR` akzeptieren beliebig viele
Argumente inkl. Bereichen (`=AND(A1:A5)` prüft jede Zelle einzeln), `NOT`
genau eines. Dieselbe Wahrheits-Semantik wie überall sonst: jede Zahl außer
`0` sowie jeder nicht-leere Text gilt als wahr, eine leere Zelle als falsch.
Funktioniert genauso in einer „Mit Schleife"-`IF`-Bedingung (s. o.), z. B.
`IF AND(x > 0; x < schwelle) THEN … END`.
**Datum & Zeit**: ein Datum ist — wie in jeder Tabellenkalkulation — intern
einfach eine **Zahl** (Tage seit dem 30.12.1899, Uhrzeit als Bruchteil eines
Tages), keine eigene Zellart. Deshalb funktioniert Datums-Arithmetik ganz
ohne Zusatzaufwand: `=fällig - rechnungsdatum` zählt Tage, `=rechnungsdatum
+ 30` addiert 30 Tage. Zwei Wege zu einem Datumswert:
- **Eingabe erkennen**: ein eindeutig lesbares Datum/eine Uhrzeit als reine
Zelleingabe (nicht als Formel) wird beim Eintippen automatisch erkannt
und sofort mit dem passenden Format angezeigt — genau wie in Excel/Numbers.
Erkannt werden ISO (`2026-09-02`, auch mit `14:30`/`14:30:15` angehängt)
und Punkt-Daten (`02.09.2026`, `02.09.26`, ebenfalls mit Uhrzeit), sowie
reine Uhrzeiten (`14:30`). **Absichtlich nicht** erkannt: Schrägstrich-Daten
(`02/09/2026`) — Tag-zuerst vs. Monat-zuerst ist über die unterstützten
Locales (en-US ist monatzuerst, alle anderen tagzuerst) nicht eindeutig
auflösbar; falsches Raten würde das Datum lautlos verfälschen, deshalb
bleibt so ein Text unangetastet. Die automatische Formatierung überschreibt
nie ein bereits explizit gesetztes Zellformat.
- **Formel**: `DATE(Jahr; Monat; Tag)` und `TIME(Std; Min; Sek)` bauen einen
Datums-/Zeitwert (Überlauf wie in Excel erlaubt: `DATE(2026;13;1)` =
01.01.2027, `TIME(25;0;0)` = 01:00 des Folgetags-Anteils); `TODAY()` /
`NOW()` liefern das aktuelle Datum bzw. Datum+Uhrzeit. Formel-Ergebnisse
bekommen **kein** automatisches Zellformat (wie bei jeder anderen Formel
auch) — das Zahlenformat-Dropdown auf „Datum"/„Zeit"/„Datum + Zeit" stellen.
`TODAY`/`NOW` sind **nicht volatil**: diese Engine rechnet rein
vorgänger-getrieben neu, ohne Timer — eine Zelle mit `=TODAY()`
aktualisiert sich erst bei ihrer eigenen nächsten Neuberechnung, nicht von
selbst beim Tageswechsel (siehe „Bekannte Grenzen" unten).
Das Zahlenformat **„Datum (ISO)"** zeigt ein Datum immer als `JJJJ-MM-TT`
(`2026-09-02`) — unabhängig von der aktiven Locale (Blatt/Dokument oder
Zelle), anders als „Datum", das der jeweiligen Locale folgt (`02.09.2026`
bei de-DE, `09/02/2026` bei en-US). Nützlich für export-nahe oder
sortierbare Datumsspalten.
**XLOOKUP(Suchwert; Suchbereich; Rückgabebereich; [WennNichtGefunden];
[Vergleichsmodus]; [Suchmodus])**: sucht `Suchwert` in `Suchbereich` und
liefert die Zelle an derselben Position in `Rückgabebereich`. Text wird
case-insensitiv und getrimmt verglichen (`"birne"` findet „Birne");
Zahl und Text gelten nie als gleich (keine automatische Typumwandlung).
`Suchbereich`/`Rückgabebereich` müssen gleich viele Zellen haben, sonst
`#VALUE!`. Kein Treffer und kein `WennNichtGefunden` angegeben → `#N/A`
(*dokumentierte Erweiterung*, wie schon `#VALUE!`); `WennNichtGefunden`
wird — wie bei `IF` — nur ausgewertet, wenn tatsächlich kein Treffer
gefunden wurde, ein Fehler darin schlägt bei einem Treffer also nie durch.
`Vergleichsmodus`: `0` (Standard) exakt, `-1`/`1` exakt oder nächstkleinerer/
-größerer **numerischer** Wert (kein Näherungsvergleich auf Text). Excels
Platzhalter-Modus (`2`) ist nicht unterstützt. `Suchmodus`: `1` (Standard)
erster Treffer zuerst, `-1` letzter Treffer zuerst; Excels binäre
Suchmodi (`2`/`-2`, setzen einen sortierten Bereich voraus) sind nicht
unterstützt — bei den Tabellengrößen dieser Studie ohne Vorteil. Beispiel:
`=XLOOKUP(B7; A2:A6; C2:C6; "unbekannt")`.
**Fehlermodell** (propagiert an abhängige Zellen):
`#REF` (ungültiger/gelöschter Bezug, unbekannter Tabellen-/Blattname, oder ein
unqualifizierter Tabellenname, der auf mehreren Blättern existiert und auch
über die „gleiches Blatt wie die Formel"-Regel nicht eindeutig wird — siehe
oben), `#DIV/0!`,
`#NAME?` (unbekannte Funktion, eingebaut oder benutzerdefiniert), `#ERR`
(Parse-Fehler; auch eine falsche Argumentanzahl bei einer benutzerdefinierten
Funktion, oder bei „Mit Schleife"-Code eine ungültige FOR-Quelle, mehr als
10.000 Schleifenschritte, oder eine Ausführung ohne je erreichtes `RETURN`),
`#CIRC` (Zirkelbezug, auch tabellenübergreifend), `#VALUE!`
(Typfehler in Arithmetik — *dokumentierte Erweiterung*), `#N/A` (`XLOOKUP`
ohne Treffer und ohne `WennNichtGefunden` — *dokumentierte Erweiterung*).
Referenz auf leere Zelle = `0` in Arithmetik, von `COUNT` nicht gezählt. Ein Zyklus zwischen
benutzerdefinierten Funktionen selbst wird nicht über `#CIRC` sichtbar — er
wird schon beim **Speichern** der Funktion im UI abgelehnt (kein neuer
Fehlercode nötig).
---
## Architektur der Engine-Module
Framework-agnostisches ES-Modul unter [`src/engine/`](src/engine/) — **keine**
Formel-/Spreadsheet-Library. Kennt kein Vue, kein DOM. Die adressierbare Einheit
ist eine **Tabelle**; der Abhängigkeitsgraph läuft dokumentweit über alle
Tabellen aller Blätter.
| Datei | Aufgabe |
|-------|---------|
| `lexer.ts` | Tokenizer, flacher Token-Strom (inkl. `!` und `::`). |
| `parser.ts` | Recursive-Descent → AST; EBNF im Dateikopf; `collectRefs()`. |
| `evaluator.ts` | AST + `EngineHost` → Wert; Fehler-Propagierung. |
| `graph.ts` | `DependencyGraph`: `affected()`, `topoOrder()`, Zirkel-DFS. |
| `refs.ts` | A1 ↔ `(col,row)`, Bereichs-Expansion. |
| `functions.ts` | `{ NAME → fn(values) }` für SUM/AVG/MIN/MAX/COUNT. |
| `userFunctions.ts` | Benutzerdefinierte Funktionen: `expandUserFunctions()` setzt einen `kind: 'expression'`-Aufruf beim Parsen der aufrufenden Zelle als Kopie des (rekursiv expandierten, parametersubstituierten) Funktionskörpers in deren AST ein — kein Laufzeit-Closure. Ein `kind: 'block'`-Aufruf (FOR/IF/RETURN-Code) wird stattdessen zu einem `BlockCallNode` mit bereits aufgelösten verschachtelten Aufrufen; sein eigener Kontrollfluss läuft erst zur Auswertungszeit, im kleinen Interpreter in `evaluator.ts` (echte Zellwerte nötig für `IF`/frühes `RETURN`). |
| `workbook.ts` | Flache Tabellenliste + ASTs + Werte + Graph; inkrementelle Neuberechnung; implementiert `EngineHost`; verdrahtet `userFunctions.ts` direkt nach `parseFormula()`. |
**Neuberechnung.** `setCell` reparst eine Zelle → `graph.affected(dirty)` →
`graph.topoOrder()` → Zyklus-Zellen `#CIRC`, Rest topologisch auswerten, nicht
betroffene Zellen behalten ihren Wert.
**Anbindung an Vue.** [`src/store/document.ts`](src/store/document.ts) ist das
„eigene `reactive()`-Modul": es hält eine `Workbook`-Instanz und einen
`recalcTick`-Ref. Die UI liest `store.cellValue(...)`, das `recalcTick` berührt —
nach jeder Neuberechnung wird der Tick erhöht, jede Formelzelle re-rendert also
**wie ein `computed`**.
---
## Selbst gebaut vs. Library
| Selbst gebaut | Library |
|---------------|---------|
| **Formel-Engine komplett** (Lexer, Parser, AST, Evaluator, dokumentweiter Abhängigkeitsgraph, Topo-Sort, Zirkel-Erkennung, Funktionen) | **Vue 3** + Vite |
| **Die Canvas**: Objekte platzieren, verschieben, skalieren, Z-Order, Zoom | **Chart.js** (Balken + Linie) |
| **Das Raster** je Tabelle: Auswahl (Klick/Shift/Drag), Tastaturnavigation, In-Zellen-Edit, Spaltenbreite per Drag | **xlsx (SheetJS)** — nur `.xlsx` I/O, lazy geladen, nie zur Auswertung |
| Reaktiver **Store** / Dokumentmodell (v1 → v2 Migration) | — |
| **CSV-Parser + -Writer** (RFC 4180, Quoting, Delimiter-Sniffing, Locale-Zahlen) | |
| **JSON**-Serialisierung + Schema-Validierung | |
| Sheet-Tabs (Drag-Sortierung), Kontextmenü, Modals, Toasts, Theme | |
Bewusst **nicht** verwendet: Handsontable, AG Grid, Univer, Luckysheet,
HyperFormula, formula-parser. `@vueuse/core`/`splitpanes` (in der Aufgabe als
optionale Komfort-Libs genannt) wurden nach dem Umbau auf das Canvas-Modell nicht
mehr gebraucht und wieder entfernt, um den Abhängigkeitsbaum ehrlich zu halten.
---
## Import / Export
Alles clientseitig (`Blob` + `URL.createObjectURL` + `<a download>` + revoke).
### Export
| Format | Inhalt |
|--------|--------|
| `.json` | **Natives Format**, verlustfreier Round-Trip: alle Blätter, alle Tabellen-/Diagramm-Objekte mit Position & Größe, Rohformeln, Spaltenbreiten, Tab-Reihenfolge, aktives Objekt, Zellauswahl. |
| `.csv` | Aktive Tabelle, **berechnete Werte**, RFC-4180-Quoting, Trennzeichen `,`/`;` wählbar, `\r\n`, optional UTF-8-BOM. |
| `.xlsx` | Arbeitsmappe via SheetJS, **ein Worksheet je Tabellen-Objekt**. Formeln als echte Excel-Formeln (`;`→`,`, `AVG`→`AVERAGE`), immer mit gecachtem Wert. |
| `.png` | Gewähltes Diagramm-Objekt über `chart.toBase64Image()`. |
### Import
`<input type="file">` **und** Drag & Drop auf die Canvas; `.json` `.csv` `.xlsx`.
- **`.json`** → Dokument *ersetzen* (Rückfrage) oder Blätter *anhängen*.
**v1-Dokumente** (altes Ein-Raster-Format) werden automatisch nach v2
migriert (je altes Blatt ein Blatt mit einer gleichnamigen Tabelle). Schema
wird validiert; bei Fehler klare Meldung, **kein Teil-Import**.
- **`.csv`** → „als neue Tabelle (aktuelles Blatt)" / „aktive Tabelle ab A1
ersetzen". Trennzeichen-Sniffing (+ Override). Locale-Erkennung
(`1.234,56` ↔ `1,234.56`). Werte mit führendem `=` werden zu Formeln.
- **`.xlsx`** → je Worksheet ein neues Blatt mit einer Tabelle.
- Nach jedem Import: kompletter Reparse + Neuberechnung + Diagramm-Refresh.
Schlägt ein Import fehl, bleibt das bestehende Dokument **unverändert**.
## Persistenz
Das gesamte Dokument wird (debounced) nach `localStorage` gespiegelt, robust
gegen leeren/kaputten State — Fallback ist das Seed-Dokument. Ein v1-State im
Storage wird beim Laden migriert. Button **„Zurücksetzen"** stellt das
Seed-Dokument wieder her.
## Vorbefülltes Dokument
Blatt **„Analyse"** mit drei Tabellen-Objekten (**Umsatz**, **Kosten**,
**Übersicht**) und einem **Diagramm** (Umsatz je Region), plus ein leeres Blatt
**„Blatt 2"**. „Übersicht" demonstriert tabellenübergreifende Bezüge und die vier
Grundrechenarten: `Übersicht!B2 = =SUM(Umsatz!B2:E2)`, `D2 = =B2-C2`,
`E2 = =D2/B2*100`. Siehe [`src/data/seed.ts`](src/data/seed.ts).
> **Hinweis zur Aufgabenstellung:** Die Akzeptanzliste nennt „Übersicht!B2 =
> 6070". Die explizit angegebene Nord-Zeile ergibt jedoch
> `1200+1450+1600+1720 = 5970`. Die Studie hält sich an die explizite Tabelle;
> das demonstrierte Verhalten (Sofort-Propagierung durch Übersicht, „Gesamt" und
> das Diagramm bei Änderung von `Umsatz!B2`) ist davon unberührt.
## Tests
`npm run test` — Vitest, 331 Tests:
- **lexer / parser** — Präzedenz & Assoziativität (`^` vor `*/` vor `+-`, `^`
rechts, `-2^2 = -(2^2)`), lokale/qualifizierte/quoted Bezüge, `!` **und** `::`,
Bereiche, `;`-Argumente, Parse-Fehler.
- **refs (`$`-Sperrachsen, `F4`)** — `parseA1`/`toA1` runden relativ/absolut/
gemischt; `cycleReferenceLocks` durchläuft die vier Kombinationen, trifft
bei Cursor auf einem Bereich die richtige Seite, liefert `null` ohne
Treffer; bei echter Textauswahl schaltet es **alle** überlappten Bezüge auf
einmal um (jeden vom eigenen Zustand aus) und lässt Tabellen-Qualifier, die
wie eine Zelle aussehen (`AB12!A1`), unangetastet.
- **evaluator** — Arithmetik, leere Zelle = 0, alle Funktionen inkl. Alias,
Cross-Table, Case-/`::`-Toleranz, jeder Fehlerfall, Fehler-Propagierung,
`IF` (beide Zweige, 2-/3-Argument-Form, Kurzschluss-Beweis, Vergleiche als
Bedingung, Fehler in der Bedingung).
- **Leere Argumentstelle** (`;;`) — parst als eigener Knoten, verhält sich
überall wie eine leere Zelle (`SUM(1;;3)` = 4, von `COUNT` nicht
mitgezählt); am Anfang, in der Mitte und am Ende einer Argumentliste,
inkl. `f()` ganz ohne Argumente.
- **XLOOKUP** — exakter Text-/Zahl-Treffer (case-insensitiv, kein Zahl-Text-
Crossmatch), `#N/A` ohne/mit `WennNichtGefunden`, Kurzschluss-Beweis für
`WennNichtGefunden`, `Suchmodus` 1/-1 bei Duplikaten, `Vergleichsmodus`
-1/1 (exakter Treffer gewinnt immer, nächstkleiner/-größer, kein
qualifizierender Kandidat), abgelehnte Modi (`2`, `-2`), ungleich große
Bereiche → `#VALUE!`, falsche Argumentanzahl, Einzelzellen statt Bereich,
übersprungenes optionales Argument (`;;`) erreicht ein späteres.
Workbook-Ebene: Neuberechnung bei Änderung einer Zelle in *entweder*
Bereich, keine Neuberechnung bei unbeteiligten Zellen.
- **Datum & Zeit** — `dates.ts`: `dateToSerial`/`timeSerial`-Rundtrip gegen
bekannte Werte, Überlauf-Verhalten, `parseDateTimeLiteral` für jede
erkannte Form (ISO/Punkt, mit/ohne Uhrzeit) sowie Ablehnung von
Schrägstrich-Daten und ungültigen/rollierten Daten; `literalValue` wandelt
eine erkannte Eingabe in ihren Serial um; `DATE`/`TIME`/`TODAY`/`NOW` als
Formel (Basisfälle, Arity-/Typ-Fehler, Datums-Arithmetik); `formatValue`
über mehrere Locales inkl. `plain` und das locale-unabhängige „Datum
(ISO)"; Store: Auto-Format beim Eintippen (überschreibt nie ein bereits
gesetztes Format), Namenskollision mit den neuen eingebauten Funktionen.
- **graph** — `affected`, topologische Ordnung, Selbst-/2er-/längerer Zyklus.
- **workbook / store** — Seed-Aggregate, Cross-Table-Summen, Edit-Ripple durch
die ganze Kette, `#REF` nach Tabellen-/Blatt-Löschung, neues Tabellen-Objekt
mit Cross-Sheet-Formel, `resetToSeed`, Live-Auswahl-Aggregat,
Neuberechnungs-**Reihenfolge**, **v1 → v2 Migration**.
- **Tabellen-Ansicht** — Seed-Umsatz ist fixiert/scrollbar; `setTableView`
klemmt fixierte Zeilen/Spalten an die Gittergröße; Verkleinern löscht
Zellen außerhalb und klemmt nach; Ansichts-Einstellungen im JSON-Round-Trip.
- **Zahlenformat-Kaskade** — `cellDisplay` nutzt Dokument-Locale; Blatt-Override
schlägt Dokument, Objekt-Override schlägt Blatt; Zurücksetzen fällt die
Kaskade hinab; Overrides im JSON-Round-Trip, ungültige Werte werden verworfen.
- **Blatt-Erscheinungsbild** — Hintergrund/Schrift/Raster sind pro Blatt und
löschbar; Zoom pro Blatt (folgt dem Tab); Erscheinungsbild + Zoom +
CSV-Default im JSON-Round-Trip, kaputte Farb-/Zoom-Werte verworfen bzw.
geklemmt.
- **Zell-Formatierung** — per-Zelle Zahlenformat × Locale (inkl. Prozent);
`setRangeFormat` über einen Bereich, Löschen per Falsy/`auto`; `selectionFormat`
meldet nur gemeinsame Werte; Zeilenhöhe (Standard + je Zeile), Spaltenbreite ab
24 px; Verkleinern pruned `formats`/`rowHeights`; alles im JSON-Round-Trip.
- **Text-Objekte** — einfügen/bearbeiten/formatieren + Round-Trip; kaputtes
Text-Objekt im Import wird abgelehnt, Dokument bleibt unverändert.
- **Objekt-Farben** — je Tabelle/Diagramm/Textfeld eigenes `bg`/`fg`, löschbar,
im JSON-Round-Trip.
- **Mehrfachauswahl** — `addToSelection` behält frühere Rechtecke & verschiebt
die aktive Zelle, erneutes Klicken schaltet eine 1×1-Auswahl ab,
`extendActiveRange` wächst das jüngste Rechteck; Aggregat & Formatierung über
**alle** Rechtecke; `#`-genaue Zellzahl; JSON-Round-Trip inkl. `ranges`,
Klemmung beim Verkleinern; die aktive Zelle bleibt beim Erweitern eines
Bereichs der **Anker** (erste Zelle), nicht die zuletzt erreichte.
- **Zwischenablage** — Kopieren passt jede relative Referenz um das Einfüge-
Delta an, `$`-gesperrte Achsen bleiben stehen; Einfügen kachelt eine exakt
passende größere Auswahl bzw. verankert/überläuft eine kleinere; Formatierung
wird mitkopiert und am Ziel ersetzt; Ausschneiden folgt trotz `$` der
verschobenen Zelle, lässt aber unbeteiligte und tabellenfremde Referenzen
unangetastet und leert die Quelle; `Esc` verwirft den Puffer.
- **Ausfüllkästchen** — füllt runter/rechts mit bezugsangepassten Formeln;
ein mehrzeiliger/-spaltiger Quellbereich wiederholt sich zyklisch, auch bei
einer unvollständigen letzten Wiederholung; füllt ebenso hoch/links;
Formatierung wird mitkopiert.
- **Rückgängig/Wiederholen** — Einzel-Edit rückgäng-/wiederholbar; mehrere
Edits schrittweise in der richtigen Reihenfolge zurück; ein neuer Edit nach
einem Undo verwirft den Wiederholen-Ast; reine Auswahländerungen sind nie
ein Schritt; deckt Kopieren/Einfügen, Ausfüllen und Formatierung ab (nicht
nur `setCellInput`); „Auf Beispiel zurücksetzen" beginnt eine neue Historie.
- **Formel-Point-Mode** — Klick fügt einen lokalen Bezug an der Cursorposition
ein; ein zweiter Klick ohne Zwischen-Tippen ersetzt ihn, mit Tippen dazwischen
hängt er einen neuen an; Ziehen fügt/erweitert einen Bereichsbezug; ein Klick
in eine andere Tabelle qualifiziert mit deren Namen (Quoting bei Leerzeichen);
ohne Formel im Puffer greift nichts.
- **Funktions-Autovervollständigung** — Engine (`refs.spec.ts`):
`currentIdentifierAtCaret` erkennt den getippten Namen nach `=`/Operator/`(`/
`;`, ignoriert Zellbezüge (`A1`) und bereits abgeschlossene Aufrufe (`SUM(`),
schaut nie über den Cursor hinaus, verkraftet einen kaputten Formel-Präfix
ohne zu werfen. Store (`document.spec.ts`): `functionSuggestions` filtert
case-insensitiv, mischt eingebaute und eigene Funktionen sortiert.
`functions.spec.ts`: die Signatur-Tabelle deckt sich exakt mit den
registrierten eingebauten Funktionen (kein künftiges Vergessen möglich).
- **Benutzerdefinierte Funktionen** — Engine-Ebene (`userFunctions.spec.ts`):
Parametersubstitution, verschachtelte Aufrufe (eingebaut + benutzerdefiniert,
auch bei kollidierenden Parameternamen zwischen den Scopes), Arity-Mismatch →
`#ERR`, unbekannter Name → `#NAME?`, Rekursionstiefen-Sicherheitsnetz,
Abhängigkeits-Edges für Zellen, die nur im Funktionskörper vorkommen (nicht
im Aufruf) — inkl. korrekter Neuberechnungs-Reihenfolge; ein Bereichs-
Parameter funktioniert in Funktionsargument-Position (inkl. Neuberechnung
bei Änderung einer Zelle *innerhalb* des übergebenen Bereichs) und ergibt
`#VALUE!` außerhalb davon. Store-Ebene: Name-/
Parameter-Validierung, Kollision mit eingebauten/anderen Funktionen,
Zyklus-Ablehnung beim Speichern (direkt und über mehrere Stufen), Umbenennen/
Löschen lässt bestehende Aufrufe zu `#NAME?` werden, Undo/Redo einer
Funktionsänderung, voller JSON-Round-Trip, `customFunctions: []` bei
v1→v2-Migration.
- **Vergleichsoperatoren** — alle sechs (`= <> > < >= <=`), Präzedenz
unterhalb `+ -`, nicht verkettbar (`a < b < c` ist ein Parse-Fehler);
numerischer Vergleich, Text-Vergleich (case-insensitiv/getrimmt), leere
Zelle nimmt den Typ der Gegenseite an, Zahl-gegen-Text-Mismatch
(`=`/`<>` eindeutig, `> < >= <=` → `#VALUE!`).
- **`&`-Verkettung** — Präzedenz zwischen `+ -` und einem Vergleich,
links-assoziativ, Zahl rendert locale-neutral, leere Zelle trägt `''` bei,
Fehler propagieren; `CONCAT`/`CONCATENATE` als Funktions-Äquivalent.
- **`AND`/`OR`/`NOT`** — korrekte Wahrheitstabellen, Bereichsargument (jede
Zelle einzeln), **kein** Kurzschluss (ein Fehler in einem späteren
Argument schlägt durch, selbst wenn das Ergebnis schon feststeht, wie in
echtem Excel), Komposition innerhalb eines `IF` und innerhalb einer
„Mit Schleife"-`IF`-Bedingung, Arity-Fehler → `#ERR`.
- **Benannte Bereiche** — Auflösung als Einzelzelle/Bereich (Skalar- und
Funktionsargument-Position), case-insensitives/getrimmtes Namens-Matching,
Abhängigkeitsgraph-Kante (Neuberechnung bei Änderung der Zielzelle),
Überleben einer Tabellen-Umbenennung, `#NAME?` bei unbekanntem Namen und
bei gelöschter Zieltabelle, `addNamedRange`/`updateNamedRange`/
`deleteNamedRange`-Validierung (Kollision mit Built-in/eigener
Funktion/anderem Namen, Zellform), Undo/Redo, JSON-Round-Trip, Nutzung als
`FOR`-Quelle in einer benutzerdefinierten Funktion (als übergebenes
Argument), harter Parse-Fehler statt Fallback innerhalb eines
Funktionskörpers selbst.
- **Fehler-Literale** (`ErrorLiteralNode`) — alle sieben Codes tokenisieren
als ein Token, Komposition mit Operatoren/Funktionen, Fehlerpropagation
wie bei jedem anderen Fehlerwert.
- **Zeilen/Spalten einfügen/löschen** — Datenverschiebung (Zellen, Formate,
Zeilenhöhen/Spaltenbreiten) innerhalb der Tabelle, dokumentweites
Umschreiben von Formeln (auch über `Tabelle!Zelle`- und
`Blatt!Tabelle::Zelle`-Qualifier aus *anderen* Tabellen), Wachsen/
Schrumpfen eines Bereichs, der die Stelle überspannt, Kollaps zu `#REF`
bei einer exakt getroffenen Einzelzelle/einem vollständig gelöschten
Bereich, `$`-Sperren bleiben wirkungslos (anders als beim Kopieren),
unveränderte Referenzen bleiben byte-identisch, Undo/Redo, Schutz gegen
Löschen der letzten verbleibenden Zeile/Spalte.
- **Abhängigkeiten erkunden** (`graphPrecedents`/`graphDependents` in
`workbook.spec.ts`, `cellGraphSelf`/`cellGraphNeighbors`/
`openDependencyGraph`/`closeDependencyGraph` in `document.spec.ts`) —
exakte Vorgänger/Nachfolger-Kanten, Auflösung über Tabellen-/Blattgrenzen,
bleibt korrekt für eine Zelle auf einem Zirkelbezug, aktualisiert sich
nach einer Neuzuordnung der Formel, `openDependencyGraph` löst wirklich
`selectCell` aus (inkl. Blatt-Tab-Wechsel), `closeDependencyGraph` rührt
die Auswahl nicht an. Das Panel selbst (`DependencyGraphView.vue`) ist
nur live per Playwright verifiziert, kein Komponenten-Test-Setup
vorhanden (s. „Bekannte Grenzen").
- **„Mit Schleife"-Code** — Parser-Ebene (`parseFunctionBlock`): ein
`FOR...DO...END` mit mehreren Anweisungen, mehrere unabhängige Schleifen
nacheinander, `IF...THEN...END` und `IF...THEN...ELSE...END`, `IF`
verschachtelt in `FOR` mit einem `RETURN` mittendrin, `FOR` verschachtelt
in `FOR`, `RETURN` an beliebiger Stelle mit beliebigem Ausdruck, ein Name
aus einer früheren Anweisung in einer späteren Schleife nutzbar, ein Block
ganz ohne `RETURN` parst trotzdem (das ist eine Save-/Laufzeit-Prüfung,
kein Parse-Fehler); Fehler bei `FOR`/`IF` ohne passendes `END`/`DO`/`IN`/
`THEN`, fehlendem `=`, Selbstbezug im eigenen Initialisierer. Der
Interpreter (`evaluator.ts`, Workbook-Integration in
`userFunctions.spec.ts`): korrekter Wert und Neuberechnung bei Änderung
einer Zelle *innerhalb* des übergebenen Bereichs, ein `FOR`-Körper mit
mehreren Anweisungen läuft jede Iteration vollständig, `IF`/`ELSE`
verzweigt nach dem echten, aktuellen Zellwert, ein frühes `RETURN`
innerhalb eines `IF` innerhalb eines `FOR` bricht die Schleife wirklich ab
(eine erst *nach* dem Treffer geänderte Zelle bleibt folgenlos), eine Zelle,
die nur in einem **nicht** genommenen `IF`-Zweig steht, ist trotzdem eine
erfasste Abhängigkeit, verschachtelte `FOR`-Schleifen rechnen korrekt (nicht
nur parsen), ein verschachtelter Aufruf einer anderen Funktion im
Schleifenkörper wird mit-expandiert, Arity-Prüfung gilt auch hier, mehr als
10.000 Schleifenschritte (über alle Schleifen einer Auswertung) sowie eine
FOR-Quelle, die nach Parametersubstitution kein Zell-/Bereichsbezug ist,
sowie eine Ausführung ohne je erreichtes `RETURN` ergeben alle `#ERR` statt
eines Absturzes. Store-Ebene: reservierte Wörter (`FOR`/`IN`/`DO`/`END`/
`IF`/`THEN`/`ELSE`/`RETURN`) als Parameter- oder lokaler Name abgelehnt (auch
wenn der lokale Name in einem verschachtelten `IF`-Zweig deklariert wird),
zellartiger lokaler Name abgelehnt, Wiederverwendung desselben lokalen
Namens über mehrere Anweisungen (das Akkumulator-Muster) ist **keine**
Kollision, ein lokaler Name, der einen Parameter überschattet, wird
abgelehnt, eine berechnete FOR-Quelle (auch verschachtelt in einem `IF`)
wird abgelehnt, ein Codepfad ohne garantiertes `RETURN` (fehlt ganz, oder
nur ein `IF`-Zweig ohne `ELSE` returnt) wird beim Speichern abgelehnt — mit
`ELSE`, bei dem **beide** Zweige returnen, wird akzeptiert — Funktions-Zyklus
durch einen Schleifenkörper wird erkannt, Undo/Redo, `kind` im
JSON-Round-Trip, ein älteres gespeichertes Dokument ohne `kind`-Feld
defaultet auf `'expression'`.
- **Blatt-Qualifier „Blatt!Tabelle::Zelle"** — Parser-Ebene: die explizite
3-teilige Form (bar und quoted, in Bereichen/Funktionsargumenten), volle
Rückwärtskompatibilität der 2-teiligen Form (`X!Y`, `X::Y`, auch ein
zweites `!` statt `::`), Fehler bei fehlender Zelle nach `::`. Workbook-
Ebene: zwei gleichnamige Tabellen auf verschiedenen Blättern lösen ein
unqualifiziertes `Tabelle!Zelle` zum **gleichen Blatt wie die Formel**
auf, die explizite Form trifft immer das genannte Blatt unabhängig vom
Formel-Standort, ein unbekanntes Blatt/eine weiterhin mehrdeutige
Tabelle ergibt `#REF`, Neuberechnung folgt korrekt der Auflösung. Store-
Ebene: Tabellennamen sind nur noch pro Blatt eindeutig (Anlegen/
Umbenennen prüft nur gegen das eigene Blatt), Point-Mode fügt die volle
3-teilige Form ein, sobald ein Klick auf eine mehrdeutig benannte Tabelle
auf einem *anderen* Blatt trifft.
- **IO** — JSON verlustfreier Round-Trip (identisch), defekte/leere Datei →
Fehler ohne Nebenwirkung, unbekannter Tabellenname → `#REF`, v1→v2 beim
Import; CSV Übersicht-Export→Re-Import gleiche Zahlen, RFC-4180-Quoting,
`=1+2`→3, Locale-Zahlen.
- **Makros** — Grammatik (`parser.spec.ts`): `NAME(args)` an Anweisungs-
position nur mit `allowWrites` (nie in einem gewöhnlichen Funktionskörper),
`;`-Argumente inkl. übersprungener Slots, Zuweisung bleibt eindeutig
unterscheidbar. Interpreter (`macros.spec.ts`): `SETVALUE`-Zielauflösung
auf Literal/Bereich/Schleifenvariable, `RETURN` als Kurzschluss inkl.
String-Nachricht, Fall-Through → `null`, alle elf Aktionen gegen einen
Mock-`MacroWriteHost`, das kleinere Makro-Schrittbudget greift bei einer
strukturell-schweren Schleife, ein verschachtelter Aufruf einer
benutzerdefinierten Funktion in einem `SETVALUE`-Wert funktioniert und
kann selbst nicht schreiben. Store-Ebene (`document.spec.ts`): Validierung
(unqualifizierte Referenz abgelehnt, Namenskollision, reservierte
Aktionsnamen als lokale Variable abgelehnt), alle elf Aktionen live gegen
ein echtes Dokument inkl. dokumentweiter Referenz-Umschreibung bei
`INSERTROW`, **der wichtigste Test**: `SETVALUE` → `INSERTROW` → `SETVALUE`
in einem Lauf beweist, dass kein Host-Zugriff nach der strukturellen
Aktion auf einer veralteten Workbook-Referenz hängen bleibt, ein ganzer
synchroner Lauf ist genau ein Undo-Schritt, `DELETESHEET` verweigert das
letzte Blatt als echten Fehlschlag statt stillem No-op, `ADDTABLE` auf ein
*anderes* Blatt lässt die aktive Ansicht/Auswahl unangetastet (reiner
Seiteneffekt-Fix, live per Playwright gefunden), JSON-Round-Trip.
- **Makros: GET/POST/JSONGET** (`macros.spec.ts`) — Ergebnis-Bindung +
Kollaps-Regel (Text/Zahl/Bool/Objekt/Array) gegen einen gemockten
`MacroNetworkHost`, `JSONGET`-Pfadauflösung (verschachtelt, Array-Index,
fehlender Pfad → `null`, falscher Werttyp → Fehler), `FOR` über ein
JSON-Array direkt **und** über einen `JSONGET(...)`-Aufruf direkt als
Quelle (letzteres ein live gefundener Lücke-Fix: `substitute()` allein
wertet einen Funktionsaufruf nie aus), `FOR` über ein JSON-Objekt/
Einzelwert → klarer Fehler, `GET`/`POST` außerhalb einer reinen Zuweisung
→ `#NAME?` (belegt die eindämmungsfreie Absicherung empirisch),
`JSONGET` dagegen funktioniert überall verschachtelt (rein synchron).
Store-Ebene (`document.spec.ts`): `GET`/`POST`/`JSONGET` in einer
benutzerdefinierten Funktion (Ausdruck **und** Block) abgelehnt;
`confirm()` gemockt — erster Lauf fragt und persistiert, zweiter Lauf
zum selben Host fragt nicht mehr, ein anderer Host fragt erneut, eine
Ablehnung bricht ab, ohne den Host zu speichern; nicht-2xx-Antwort
bricht sauber ab; **Pflichttest**: `SETVALUE` → ein absichtlich
langsames `GET` (300 ms, über der 150-ms-Undo-Koaleszenz) → `SETVALUE`
erzeugt trotzdem genau einen Undo-Schritt — beweist den
`macroRunActive`-Fix direkt; JSON-Round-Trip von `approvedHosts`.
Live per Playwright gegen eine echte same-origin-Fixture
(`public/test-fixtures/sample.json`) verifiziert: echter `GET`, echter
Bestätigungsdialog mit Makro-/Host-Namen, `FOR`/`JSONGET` über die
echte Antwort, kein erneuter Dialog beim zweiten Lauf, null
Konsolenfehler.
---
## Bekannte Grenzen
- **Makros — UI-Ebene** (`ButtonView.vue`, `MacrosModal.vue`, der Button-
Zweig in `CanvasObject.vue`/`SettingsPanel.vue`) rein UI-seitig
implementiert, ohne eigene Unit-Tests — wie bei Tabellen-Größenänderung/
Abhängigkeiten-Panel/Ctrl+A oben, nur live per Playwright verifiziert
(Makro anlegen, per Listen-Button und per Button-Objekt ausführen,
Rechtsklick-Zuweisung, Fehlerfall zeigt einen Fehler-Toast statt
abzustürzen). Die Makro-*Sprache* selbst (Grammatik, Interpreter,
Store-Aktionen) ist dagegen vollständig durch Engine-/Store-Tests
abgedeckt (s. „Tests" unten).
- **Zeilen/Spalten einfügen/löschen** (s. „Zeilen & Spalten einfügen/löschen"
oben) bewusst ohne: Mehrfachauswahl (immer genau eine Zeile/Spalte pro
Aufruf), automatisches Nachziehen von `CellFormat`-Regeln über die
Grenze hinaus (eine neue Zeile ist immer unformatiert), und ein
`OFFSET`/`INDEX`-Äquivalent — ein `#REF`, das aus einer gelöschten Zeile
entsteht, muss von Hand korrigiert werden, es gibt keine „nächstbeste
Zelle"-Heuristik.
- **Größenänderung einer „Automatisch"-Tabelle** (SE-Griff → Zeilen-/
Spaltenzahl, s. o. „Das Canvas-Modell") ist rein UI-seitig (`CanvasObject.vue`)
implementiert, ohne eigene Unit-Tests — das Projekt hat (noch) kein
Komponenten-Test-Setup (z. B. Vue Test Utils), nur Engine-/Store-Tests.
Nur live per Playwright verifiziert (Wachsen, Schrumpfen mit
Inhaltsschutz, deutliches Überschreiten der bestehenden Größe).
- **Abhängigkeiten-Panel** (`DependencyGraphView.vue`) bewusst ohne: Gruppierung
vieler Vorgänger/Nachfolger zu einem Bereichs-Eintrag (jede Zelle einzeln,
ungeachtet der Anzahl), automatisches Scrollen der Zieltabelle zur
navigierten Zelle. Wie bei der Tabellen-Größenänderung oben: rein
UI-seitig, nur live per Playwright verifiziert, kein Komponenten-Test-Setup
vorhanden — die zugrundeliegenden Store-/Engine-Funktionen
(`graphPrecedents`/`graphDependents`/`cellGraphNeighbors`/
`openDependencyGraph`) sind es aber (s. „Tests" oben).
- **`Strg`/`Cmd`+`A`-Zyklus** (s. o. „Zellauswahl") ist rein UI-seitig
(`TableGrid.vue`) implementiert, ohne eigene Unit-Tests — wie bei
Tabellen-Größenänderung und Abhängigkeiten-Panel oben nur live per
Playwright verifiziert (Stufe 1 auf eine von zwei durch eine leere Spalte
getrennten Dateninseln, Eskalation auf Stufe 2, Verharren auf Stufe 2 bei
weiteren Drücken, Rücksetzen des Zyklus durch einen Klick dazwischen).
- **Objekt-Bezüge beim Anhängen.** Beim JSON-*Anhängen* zweier Dokumente werden
nur Blatt-/Objekt-IDs neu vergeben, nicht Tabellennamen. Kollidiert ein
angehängter Tabellenname mit einem bestehenden, gewinnt bei der Auflösung der
erste Treffer. „Ersetzen" (der Round-Trip-Fall) ist davon nicht betroffen.
- **Kein Virtual Scrolling** — „Feste Größe" scrollt intern, aber alle Zeilen
bleiben im DOM (nur geclippt); sehr große Tabellen/Importe (viele Tausend
Zeilen) werden träge.
- **Große Dateien** werden per `setTimeout`-Yield verarbeitet (UI bleibt
reaktiv), **kein** echter Web Worker.
- **xlsx-Formel-Übernahme** ist heuristisch (Separator-Swap unter Beachtung von
Quotes); exotische Excel-Formeln fallen auf den Wert zurück.
- Kein Snapping der Canvas-Objekte.
- **Benannte Bereiche** bewusst ohne: Nutzung innerhalb einer
benutzerdefinierten Funktion (ein Aufrufer kann aber einen benannten
Bereich als Argument übergeben), einen eigenen Ausdruck/berechneten Wert
(nur feste Koordinaten), Funktions-Autovervollständigungs-Vorschläge, und
`Name:B2` als kombinierten Bereichsstart — s. „Benannte Bereiche" oben.
- **Datum & Zeit**: die automatische Erkennung beim Eintippen erfasst nur ISO-
und Punkt-Daten, absichtlich **nicht** Schrägstrich-Daten (Tag-zuerst vs.
Monat-zuerst ist über die unterstützten Locales nicht eindeutig auflösbar,
s. o.). Formel-Ergebnisse (`=DATE(...)`, `=TODAY()`, `=A1+30`) bekommen kein
automatisches Zellformat — wie jedes andere Formelergebnis auch. `TODAY()`/
`NOW()` sind nicht volatil: sie aktualisieren sich erst bei der nächsten
Neuberechnung ihrer eigenen Zelle, nicht spontan mit der Zeit.
- **XLOOKUP** bewusst ohne: Näherungsvergleich (`Vergleichsmodus` -1/1) auf
Text (nur numerisch), Platzhalter-Vergleich (`Vergleichsmodus 2`), binäre
Suchmodi (`Suchmodus 2`/`-2`, würden einen sortierten Bereich voraussetzen,
den diese Engine nicht prüfen kann). Ein übersprungenes optionales
Argument (`;;`) ist eine allgemeine Grammatik-Erweiterung, nicht
XLOOKUP-spezifisch — funktioniert in jeder Funktion.
- **Benutzerdefinierte Funktionen** (Phase 1, siehe oben) bewusst ohne:
Live-Vorschau des Ergebnisses im Bearbeiten-Dialog, variadische Parameter/
Default-Werte, und automatisches Nachführen bestehender Aufrufe bei
Umbenennung (Verhalten entspricht bewusst dem einer Tabellen-Umbenennung,
s. o.) — der Funktionsname selbst wird beim Formeltippen aber inzwischen
vervollständigt (s. o. „Funktions-Autovervollständigung"), auch für eigene
Funktionen.
- **Funktions-Autovervollständigung** bewusst ohne: Zell-/Tabellennamen-
Vorschläge (dafür existiert der Point-Mode, s. o.), Vervollständigung, die
auch Text *nach* dem Cursor berücksichtigt (nur der Text bis zum Cursor
zählt — wie in den meisten Editoren), Live-Update der Vorschlagsliste bei
reiner Cursor-Bewegung ohne Tippen.
- **„Mit Schleife"-Code** bewusst ohne: verkettete Vergleiche (`a < b < c`,
nur ein Vergleich pro Ausdruck — `AND`/`OR` lösen das aber, s. u.),
`BREAK`/`CONTINUE` (nur `RETURN` als Kontrollfluss-Ausstieg), echtes
Block-Scoping (Namen bleiben absichtlich bis zum Ende des Codes sichtbar).
Verschachtelte Schleifen/`IF`s und `RETURN` an beliebiger Stelle sind
dagegen unterstützt (s. o.), ebenso Text-Vergleich in `IF`-Bedingungen
(s. „SUMIF/COUNTIF/AVERAGEIF nachbauen" oben).
- **Keine Positions-Adressierung zwischen zwei Bereichen** (kein
`OFFSET`/`INDEX`-Äquivalent) — eine `FOR`-Schleife kann nur den Bereich
erreichen, über den sie selbst iteriert, nicht „die Zelle an derselben
Position in einem anderen Bereich". Ein klassisches dreiargumentiges
`SUMIF(Kriterienbereich; Kriterium; Summenbereich)` mit **getrennten**
Bereichen ist deshalb nicht nachbaubar; nur die selbstbezügliche Form
(Kriterium und Aggregation auf demselben Bereich) geht (s. o.).
## Projektstruktur
```
src/
engine/ # Formel-Engine (Eigenbau) + Unit-Tests
store/ # reaktiver Dokument-Store (v2 Canvas-Modell), Formatierung
io/ # csv / json (Eigenbau, inkl. v1→v2), xlsx (SheetJS, lazy)
components/ # AppToolbar, SettingsPanel, FormulaBar, SheetCanvas, CanvasObject,
# TableGrid, ChartView, TextBox, ButtonView, MacrosModal, SheetTabs,
# StatusBar, TheLogo, …
numolus-logo.svg # Marke: drei überlappende Pop-Art-Quadrate + Schriftzug
config/brand.ts # Herausgeber-Metadaten (wicom.li) + Social-Media-Liste
composables/ # Theme, Toasts
data/seed.ts # vorbefülltes Dokument
styles/main.css # Design-Tokens (Light/Dark)
```